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Bericht: Intel will Chip-Fertigung für Handys aufgeben

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Der Chip-Weltmarktführer Intel bietet unprofitable Geschäftsbereiche zum Verkauf, darunter die Fertigung von Xscale-Prozessoren, die in Handys, PDAs oder mobilen E-Mail-Maschinen wie dem Blackberry zum Einsatz kommen, sowie das Geschäft mit der Netzwerkprozessor-Familie IXP. Zur Disposition könnten weiterhin die Bereiche Itanium-Chips und Flash-Speicher stehen. Dies berichtet unter anderem die Silicon-Valley-Tageszeitung San Jose Mercury News. Sie beruft sich dabei auf anonyme Quellen, die entsprechende Dokumente gesehen haben wollen, in denen Intel die Firmenbereiche anbietet. Nicht zum Verkauf stünden hingegen die profitablen Bereiche für WLAN- und Wimax-Komponenten.

Sowohl die IXP-Abteilung mit einem Jahresumsatz von 150 Millionen US-Dollar als auch die Xscale-Sparte, die 2005 rund 250 Millionen US-Dollar umgesetzt habe, machten Verlust, heißt es weiter. Um gegen sinkende Profite und Marktanteile vorzugehen, hatte die Intel-Führung um Paul Otellini Ende April ein umfassendes Restrukturierungsprogramm angekündigt: Innerhalb von 90 Tagen sollten sämtliche Aktivitäten evaluiert werden, kündigte Otellini seinerzeit an.

Die verlustbringenden Firmensparten hatte Intel zurzeit der Internet-Euphorie teuer eingekauft. So bildeten die von Level One übernommenen Technologien und Chipsätze die Basis für die von Intel getaufte Internet Exchange Architecture (IXA). Mit 2,2 Milliarden US-Dollar war Level One im Frühjahr 1999 bis dahin Intels teuerster Einkauf. Mit der Übernahme weiterer Mobilfunk-Ausrüster wie DSP Communications wollte Intel zur Jahrtausendwende eine neue Firmenära im Netzwerk- und Funkgeschäft einläuten, um die einseitige Abhängigkeit vom Geschäft mit Prozessoren für PCs zu überwinden.

Den San Jose Mercury News zufolge schätzt ein Analyst Intels Ausgaben für die Zukäufe der nun zur Disposition stehenden Sparten auf über 10 Milliarden US-Dollar. Nach dem Platzen der Internet-Blase seien die Firmenbereiche nur noch zu einem Bruchteil des Einkaufspreises abzugeben.

Während Intel einen Kommentar zu den Presseberichten ablehnte, hatte Intel-Chaf Ottellini laut Wall Street Journal im vorigen Monat beklagt, dass sein Unternehmen im Weltmarkt für Mobiltelefone, deren jährlicher Umsatz 2006 sich einer Milliarde Stück annähert, nach wie vor nur eine Nischenrolle einnehme. Intel möge diese Rolle jedoch nicht, fügte Ottellini hinzu. Rosiger sind hingegen die Aussichten für Intels Geschäft mit den Drahtlos-Standards WLAN und Wimax. Weltweit investiert Intel in Wimax, der als Alternative zu DSL gehandelt wird, so in Großbritannien in Pipex oder in den deutschen Wimax-Anbieter DBD. (ssu)