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Bericht: Investoren beäugen indischen Mobilfunker

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Investmentfirmen interessieren sich offenbar für das indische Mobilfunkgeschäft der Hongkonger Hutchison Telecommunicatios International. Wie das Wall Street Journal (WSJ) unter Berufung auf einen mit dem Vorgang vertrauten Personenkreise berichtet, prüfen unter anderem Telekom-Miteigentümer Blackstone und die Texas Pacific Group eine Übernahme, die nach Angaben der Zeitung ein Volumen von über 8 Milliarden US-Dollar (6 Milliarden Euro) haben dürfte.

Weder die Hutchison-Zentrale in Hongkong noch Blackstone oder Texas Pacific wollten gegenüber der Zeitung Stellung beziehen. Bei Hutchison hieß es, Marktgerüchte werde man nicht kommentieren. Gegenüber der International Herald Tribune erklärte ein hochrangiger Hutchison-Manager dagegen, es sei verfrüht, von einem Deal zu reden. Er habe keine Kenntnis von einem Angebot oder gar Gesprächen. Außerdem, so vermutet der Manager, würde ein seriöser Interessent nicht den Weg über die Medien gehen: "Wer mit der Presse redet, den kann man nicht ernst nehmen".

Für das WSJ macht eine mögliche Übernahme dagegen Sinn und folgt ganz dem neuen Trend, der das große Geld der Investoren nach Asien strömen lässt. Die Wachstumsmärkte der explodierenden Volkswirtschaften in Ländern wie China und Indien hätten längst das Interesse der Investment-Branche geweckt. Mit ihren prall gefüllten Geldbörsen suchen die großen Private-Equity-Unternehmen nach renditestarken Firmen mit Wachstumspotenzial. Zuletzt hatte die Carlyle Group angekündigt, umgerechnet über 4 Milliarden Euro in den taiwanischen Halbleiterkonzern Advanced Semiconductor zu investieren.

Ein Unternehmen wie Hutchison, das Mobilfunkdienste in 16 der 23 indischen Lizenzgebiete selbst anbietet und sich Lizenzanträge für die restlichen Gebiete mit einer Übernahme gesichert hat, sei ein nahe liegender Kandidat. Hutchison hat den Berichten zufolge 20 Millionen indische Mobilfunkkunden, doppelt so viele wie noch im vergangenen Jah (vbr)