Menü

Bericht: Keiner will T-Systems

vorlesen Drucken Kommentare lesen 118 Beiträge

Die Deutsche Telekom findet offenbar weiter keinen Partner für die Geschäftskundensparte T-Systems. Das Handelsblatt berichtet unter Berufung auf Konzernkreise, die Telekom habe eine Unternehmensberatung beauftragt, andere Strategien als ein Partnermodell zu entwickeln. Der Konzern erwäge nun den Richtungswechsel, weil die Suche nach einem Partner für T-Systems bisher erfolglos geblieben sei. Weiter heißt es in dem Bericht, alle strategischen Interessenten mit langfristigen Perspektiven hätten sich inzwischen zurückgezogen, übrig seien nur noch Investment-Gesellschaften. So habe die indische Tata ebenso abgesagt wie die zuletzt als Kandidat gehandelte EDS.

Obwohl Telekom-Chef Rene Obermann einen strategischen Partner bevorzugt hätte, führte das Unternehmen auch Gespräche mit Private-Equity-Gesellschaften. In Medienberichten war zuletzt der US-Investor Cerberus als Kandidat gehandelt worden, der aber nur Teile der T-Systems übernehmen wolle. Die Telekom sondiert zurzeit auch den Verkauf von Teilen des Geschäftskundenbereichs. So stehen die Funktürme sowie das Geschäft mit Sendedienstleistungen zur Diskussion. Unterdessen beklagen sich laut der Zeitung die Interessenten über mangelnde Informationen – unter anderem darüber, welche Teile von T-Systems die Telekom in ein mögliches Joint Venture einbringen will.

T-Systems ist angesichts der Größe und möglicher Restrukturierungskosten ein schwieriger Übernahmekandidat. Das Unternehmen sucht einen Partner, um das internationale Großkundengeschäft zu stärken. Sollte die Partnersuche endgültig scheitern, blieben dem Unternehmen nach Analyse der Wirtschaftszeitung noch zwei Alternativen: Selbst einen starken internationalen Partner übernehmen oder die Sparte gründlich zu restrukturieren, um das Angebot attraktiver zu machen. (vbr)