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Bericht: Manuelle Fertigung bremst Teslas Model 3 aus

Nachdem Tesla im 3. Quartal nur 260 Fahrzeuge seines Model 3 ausliefern konnte, wird nun berichtet, dass etliche Teile der Elektroautos in der Factory keineswegs vollautomatisch, sondern in Handarbeit produziert werden.

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Tesla Model 3 möglicherweise zum Großteil handgeschnitzt

Es gäbe Schwierigkeiten bei der Produktion, die aber nicht grundlegend seien, hatte Tesla Motors die arg geringen Stückzahlen seines günstigen Model 3 erklärt. Nach Berichten des Wall Street Journals scheinen die Probleme aber doch sehr grundsätzlicher Natur. Demnach werden wesentliche Teile des Model 3 von Hand gefertigt. Dieser manuelle Zusammenbau sei für den geringen Output verantwortlich. An Stelle der für August und September versprochenen 1600 Fahrzeuge hatte der Elektroautohersteller im dritten Quartal nur 260 Fahrzeuge seines Model 3 ausgeliefert.

Die namentlich nicht genannte Quelle berichtet, dass Teslas Produktionslinie für Model 3 noch nicht fertig sei – bis dahin seien spezielle Bereiche in der Autofabrik Gigafactory für den manuellen Zusammenbau reserviert. Dies steht im krassen Gegensatz zur Anforderung einer vollautomatischen Fertigung, dank der das Model 3 günstig angeboten werden kann.

Tesla Model 3 (6 Bilder)

Der Zeitplan sah vor, die Model-3-Produktion bis Dezember 2017 auf 20.000 Exemplare pro Monat zu steigern.
(Bild: Tesla)

Tesla Motors hatte im dritten Quartal 26.150 Neufahrzeuge an Kunden übergeben. Hauptsächlich handelte es sich um die Nobelfahrzeuge Model S (rund 14.000) und Model X (rund 12.000); vom Model 3 waren es nur 260 Stück. Der US-amerikanische Elektroautohersteller sprach davon, den Flaschenhals in der Produktion bald anzugehen. Für Dezember war die Auslieferung von 20.000 Modell 3 geplant – ob das gehalten werden kann, scheint angesichts der neuerlichen Berichte unwahrscheinlich.

Im April des Vorjahres hatte Firmengründer Elon Musk noch "grob geraten" 100.000 bis 200.000 Model 3 für das laufende Halbjahr angekündigt. Im August dieses Jahres hieß es dann, man sei im Plan. Aus heutiger Sicht sind die von Musk genannten Zahlen allerdings völlig illusorisch. Dabei ist die Schlange wartender Kunden lang: Im August hatte Tesla von bis dahin 455.000 Vorbestellungen mit jeweils 1.000 US-Dollar Anzahlung gesprochen; weitere 63.000 hatten damals bereits die Geduld verloren und storniert. (uk)

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