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Bericht: Microsoft erwartet Kartellklage von Adobe

Im November vorigen Jahres stellten Microsofts Absichten, PDF zu unterstützen, für den Urheber des Dateiformats Adobe keine Bedrohung dar. Nun wird durch einen Bericht des Wall Street Journal bekannt, dass die beiden Unternehmen seit vier Monaten über die Microsoft-Pläne streiten und die Gespräche diese Woche abgebrochen haben. Das hat laut dem Zeitungsbericht der Microsoft-Chefanwalt Brad Smith in einem Interview offenbart. Nun rechne Microsoft damit, dass Adobe in Europa eine Kartellklage einreicht.

Adobe wolle erreichen, dass Microsoft die PDF-Unterstützung aus seinem kommenden Büropaket Office 2007 entferne und stattdessen kostenpflichtig eine zusätzliche Software anbietet, die es Office-Nutzern ermöglicht, Dateien in PDF abzuspeichern. Microsoft habe zwar eingewilligt, sei aber nicht dazu bereit, für das zusätzliche Angebot Geld zu verlangen. Laut Smith habe Adobe für den Fall mit einer Kartellklage gedroht. Eine Adobe-Sprecherin hat laut dem Bericht eine konkrete Stellungnahme zu den Verhandlungen und der angeblichen Klagedrohung abgelehnt, aber darauf verwiesen, dass Adobe-Chef Bruce Chizen bereits öffentlich seine Bedenken geäußert habe, Microsoft könne sein Monopol bei PC-Software missbrauchen.

Das Softwareunternehmen Adobe stellt die technischen Spezifikationen für das Dateiformat PDF frei zur Verfügung und gestattet es anderen Softwareherstellern, Programme zu entwickeln und zu vertreiben, die PDF-Dateien lesen und schreiben können, wie zum Beispiel das Büropaket Openoffice. Auch in Microsofts Betaversion von Office 2007 ist eine solche Funktion enthalten, doch müsse sie wohl nun entfernt werden, zitiert das Wall Street Journal einen "Microsoft-Offiziellen". (anw)

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