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Bericht: Mobilcom-Chef rechnet mit Fusionsentscheidung im Februar

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Während sich die Fusion des Mobilfunkproviders Mobilcom mit dem DSL-Netzbetreiber Freenet hinzieht, spekuliert die Branche weiter über eine mögliche Konsolidierung der deutschen Serviceprovider, die keine eigenen Mobilfunknetze betreiben und Kapazitäten der Netzbetreiber unter eigener Regie vermarkten. Spekulationen um ein Zusammenrücken der gesamten Branche unter dem Dach der Mobilcom hat deren Chef Eckhard Spoerr nun erneut zu relativieren versucht, obwohl er durchaus Interesse an der Übernahme des einen oder anderen Konkurrenten bekundet.

Der Chef von Freenet und Mobilcom rechnet mit einer endgültigen gerichtlichen Entscheidung über die geplante Fusion der beiden Unternehmen für den Februar 2007, sagte er der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag (kommende Ausgabe). Für den Fall einer Niederlage müsse das weitere Vorgehen gründlich geprüft werden, da sich das Verfahren mehrere Jahre in die Länge ziehen könne. Gibt das Gericht dagegen grünes Licht, seien Zukäufe von Serviceprovidern wie Debitel durchaus denkbar erklärte Spoerr. "Warum nicht, wenn der Preis stimmt. Wir argumentieren nicht gegen Synergien durch die Konsolidierung von Service-Providern."

Ob auch Konkurrent Drillisch unter den möglichen Kandidaten ist, ist nicht bekannt. Drillisch hält gut 10 Prozent an Mobilcom, dass es mehr werden, bezweifelt Spoerr. Er hält den finanziellen Rahmen des Konkurrenten für ausgeschöpft, will das Engagement eines starken Finanzpartners aber nicht ausschließen. Drillisch hört nicht auf, Spoerr zu piesacken, allerdings nicht immer erfolgreich. Das, so meinte der Freenet-Boss dazu an anderer Stelle, mache Drillisch nur, um übernommen zu werden.

Zu den Spekulationen über das "Projekt Jumbo", den möglichen Zusammenschluss der fünf größten deutschen Serviceprovider unter dem Dach von Mobilcom, meinte Spoerr, die Schätzungen über das Sparpotenzial von etwa einer Milliarde Euro, seien unrealistisch. "Die Synergien bei Jumbo, die mit einem höheren Einfluss des Mega-Dienstleisters auf die Netzbetreiber begründet werden, werden deutlich überschätzt", meinte Spoerr gegenüber der Zeitung. (vbr)