Bericht: Motorola setzt auf Android

Auf weniger Software-Plattformen will der neue Chef der Motorola-Handysparte künftig entwickeln lassen. Android kommt damit auch zu Motorola, doch dürfte die Beschränkung einem Zeitungsbericht zufolge weitere Arbeitsplätze kosten.

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Der angeschlagene US-Mobilfunkkonzern Motorola will seine kriselnde Handysparte offenbar weiter straffen und setzt dabei unter anderem auf die von Google initiierte Plattform Android. Der neue Chef der Sparte, Sanjay Jha, wolle Entwicklung und Produktion neuer Handys vereinfachen und dabei weitere Arbeitsplätze abbauen, berichtet das Wall Street Journal am heutigen Dienstag unter Berufung auf nicht näher identifizierte Quellen. Jha werde seine Pläne am kommenden Donnerstag erläutern, wenn das Unternehmen die aktuellen Quartalszahlen bekannt gibt.

Jha, der von Chiphersteller Qualcomm zu Motorola kam, wolle dabei vor allem die verwendeten Softwareplattformen auf drei begrenzen, heißt es in dem Bericht. Dabei setze er auf Googles Android und zwei weitere Betriebssysteme; mindesten vier Plattformen sollen nicht mehr zum Einsatz kommen. Davon dürften zahlreiche Jobs in der Entwicklung und in der Software-Anpassung für Netzbetreiber betroffen sein. Gleichzeitig hat das Unternehmen offenbar das Android-Entwicklerteam personell verstärkt. Motorola hat in den vergangenen Monaten bereits tausende Arbeitsplätze vernichtet.

Mit der Beschränkung auf drei Plattformen – Motorolas eigene P2K für Einsteigermodelle, Android für die Mittelklasse und Microsoft Windows Mobile für die Businessklasse – will Jha dem Bericht zufolge die Entwicklung dringend benötigter neuer Modelle beschleunigen. Gleichzeitig dürfte mit dem Schnitt auch die Entwicklung von Dutzenden neuen Konzepten eingestellt werden, was sich auf die Breite des Produktportfolios der kommenden Quartale auswirken könne. Bereits in der vergangenen Woche hatte es Berichte um ein Android-Handy von Motorola gegeben.

Motorola will die verlustbringende Handysparte in ein eigenes, börsennotiertes Unternehmen abspalten. Jha soll neben dem Chefposten des neuen Unternehmens auch einen Stuhl in der Chefetage des Gesamtkonzerns erhalten. Der Manager soll das Handygeschäft zunächst so weit stabilisieren, dass es sich bis 2010 in ein eigenständiges Unternehmen überführen lässt. (vbr)