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Bericht: Siemens will bei Nokia-Siemens raus

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Siemens und Nokia sprechen einem Medienbericht zufolge über eine Beendigung ihrer Zusammenarbeit bei dem Netzausrüster Nokia Siemens Networks (NSN). Dabei werde als eine Möglichkeit diskutiert, das Nokia zusammen mit dem französischen Ausrüster Alcatel-Lucent die Siemens-Anteile übernimmt, berichtet die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Vertreter von Alcatel-Lucent sollen an den Gesprächen beteiligt sein. Die Unternehmen wollten sich dazu nicht äußern. An der Börse legten Siemens- und Nokia-Aktien leicht zu.

Nokia Siemens Networks kommt nicht zur Ruhe.

(Bild: dpa)

Dass Siemens mit der Netzwerktochter nicht glücklich ist, ist ein offenes Geheimnis. Seit Gründung 2007 hat NSN jedes Jahr Verlust gemacht, die Eigentümer mussten schon 2,5 Milliarden Euro nachschießen. Seit 2010 haben die Partner zwei Mal versucht, ihr glückloses Joint Venture zu verkaufen. Im Sommer 2011 vollzogen Nokia und Siemens einen Kurswechsel – und wollten die kriselnde Tochter erstmal wieder auf eigene Füßen stellen. Anfang April läuft der Vertrag aus, der Siemens und Nokia einen Ausstieg im Alleingang verbietet

Das bedeutete: ein harter Sparkurs. NSN baut weltweit 17.000 Arbeitsplätze ab. In Deutschland werden die Standorte Nürnberg, Würzburg und Bruchsal geschlossen. Die Dienstleistungstochter NSN Services steht vor dem Aus. Die Münchner Unternehmenszentrale bleibt nach heftigen Mitarbeiterprotesten erhalten. Auch Siemens und Nokia fahren Sparprogramme. Bei Siemens stehen Gewerkschaftsangaben zufolge über 5000 Jobs in Deutschland zur Debatte. Nokia plant bis Ende des Jahres, rund 10.000 Arbeitsplätze abzubauen.

Das Unternehmen will sich nun auf Breitband-Mobilfunknetze konzentrieren und schreibt seit drei Quartalen zumindest operativ wieder schwarze Zahlen. Eine Anleihe soll frisches Geld einbringen, mit dem die Verbindlichkeiten bei Banken gesenkt und die finanzielle Lage des Unternehmens verbessert werden soll. Auch ein möglicher Börsengang war immer mal wieder ins Spiel gebracht worden, um dem Unternehmen frisches Kapital zuzuführen. Dem Bloomberg-Bericht zufolge ist diese Möglichkeit noch nicht vom Tisch, aber unwahrscheinlich. (vbr)

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