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Bericht: Softwarefehler für Absturz des Airbus A400M verantwortlich

Der Triebwerkausfall, der zum Absturz eines nagelneuen Airbus A400M in Spanien geführt hat, war wohl auf einen Softwarefehler zurückzuführen. Hersteller Airbus hat eine Wartungswarnung für den Militärtransporter herausgegeben.

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Der A400M soll auch auf nicht befestigten Flugplätzen starten und landen können.

(Bild: Airbus)

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Nach dem Absturz eines Militärflugzeugs vom Typ Airbus A400M vor zehn Tagen in Spanien hat der Hersteller eine Warnmeldung an die Betreiber der Maschine herausgegeben. Alle Betreiber seien angewiesen worden, vor dem nächsten Einsatz des A400M die elektronischen Steuereinheiten der Triebwerke einmalig einem bestimmten Prüfverfahren zu unterziehen, teilte die Militär- und Raumfahrtsparte von Airbus am Dienstag mit. Zudem seien künftig weitere Tests nötig, sollte ein Triebwerk oder eine Steuereinheit ausgetauscht werden. Diese Maßnahmen seien zur Aufrechterhaltung der Flugtauglichkeit des A400M notwendig.

Airbus betont, die neuen Checks seien das Ergebnis interner Untersuchungen und nicht der offiziellen Unfallermittlung, die aber über die Erkenntnisse des Herstellers umgehend informiert worden sei. Der für die türkische Armee vorgesehene Airbus A400M war nach der Montage in Sevilla bei seinem ersten Testflug kurz nach dem Start abgestürzt. Bei dem Unfall wurden vier Mitglieder der aus Airbus-Angestellten bestehenden Besatzung getötet und zwei weitere schwer verletzt.

Der Militär-Airbus A400M (12 Bilder)

Ein A400M
(Bild: Airbus)

Nach ersten Erkenntnissen war ein Ausfall von mehreren der vier Turboprop-Triebwerke der Militärmaschine die Absturzursache. Kurz nach dem Start haben drei Triebwerke keine Leistung mehr erbracht. Das Flugzeug hatte so nicht mehr genug Schub und konnte nicht mehr zum Flughafen zurückkehren. Der Versuch einer Notlandung auf einem Feld in der Nähe des Flughafens misslang; der Airbus streifte einen Strommast und schlug auf dem Acker auf.

Nach Informationen von Spiegel Online ist ein Softwarefehler in der Triebwerksteuerung die Ursache für den Leistungsabfall der Motoren. Die Airbus-Ingenieure haben demnach ermittelt, dass die Software kurz nach dem Start widersprüchliche Befehle an die Triebwerke gesendet hat, die sich daraufhin abgeschaltet haben. In Unternehmenskreisen sei von "Qualitätsproblemen in unserem Werk" die Rede, deretwegen in den vergangenen Monaten das Management des Montagewerks in Sevilla ausgetauscht worden sei.

Laut der Warnmeldung vom heutigen Dienstag können die Softwareprobleme zu einem "Ausfall der Triebwerkskontrolle" führen. Die angeordneten einmaligen Checks könnten zweifelsfrei klären, ob die Steuerungseinheit der Triebwerke den gleichen Fehler aufweise, erklärte ein Airbus-Sprecher gegenüber Spiegel Online. Man habe die Flugaufsichtsbehörde EASA überzeugen können, die Fluggenehmigung für den A400M nicht aufzuheben. (vbr)