Bericht: Sparkassen Informatik droht massiver Stellenabbau

Nach Informationen der Frankfurter Rundschau ist die Schließung von fünf der insgesamt neun Standorte des IT-Dienstleisters der Sparkassengruppe angedacht. Trotz Beschäftigungsgarantie könnten mehr als 700 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Bei der Sparkassen Informatik (SI), einem der größten IT-Dienstleister der Sparkassengruppe, steht offenbar ein massiver Stellenabbau bevor. Wie die Frankfurter Rundschau (FR) in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, empfehlen die Unternehmensberater von Booz Allen Hamilton, fünf von neun SI-Standorten zu schließen. Betroffen wären davon 1450 Beschäftigte in Duisburg, Karlsruhe, Köln, Mainz und Nürnberg. Sie müssten gegebenenfalls entscheiden, ob sie an einen der verbliebenen Standorte – Fellbach, Frankfurt am Main, München-Haar und Münster – umziehen. Laut FR kalkuliert die Unternehmensberatung damit, dass die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter nicht intern wechselt und das Unternehmen verlässt. Die Sparkassen Informatik könnte ihre Personalausgaben auf diese Weise pro Jahr um mehr als 71 Millionen Euro senken. Wegen einer Beschäftigungsgarantie bis einschließlich 2011 sind Kündigungen bei SI allerdings ausgeschlossen.

Der Gesamtbetriebsrat lehne die Standortschließungen ab und könne die im Gutachten der Unternehmensberatung getroffenen Aussagen "nicht nachvollziehen", schreibt die Rundschau. Die Arbeitnehmervertreter fürchteten vor allem eine größere räumliche Distanz zu den Kunden und eine Überforderung des Unternehmens. Zuletzt hatte die Sparkassen Informatik mit Sitz in Frankfurt mit der bayerischen IZB Soft fusioniert. Künftig müssen 306 und damit mehr als zwei Drittel der deutschen Sparkassen betreut werden, die mehr als 180.000 Mitarbeiter beschäftigen und eine Bilanzsumme von insgesamt rund 700 Milliarden Euro verwalten. Die SI-Eigentümer, mehrere große regionale Sparkassenverbände, hätten sich das Gutachten von Booz Allen Hamilton "mehrheitlich zu eigen gemacht", heißt es weiter. Mit einer Entscheidung werde Anfang Dezember gerechnet. Bis dahin wolle sich das Management nicht mehr öffentlich zu den Fragen äußern. (pmz)