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Bericht: UMTS-Start in Deutschland verläuft bislang enttäuschend

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Das Geschäft mit dem Mobilfunkstandard UMTS ist nach einem Bericht des Wirtschaftsmagazins Capital (Ausgabe 15/05) hierzulande "extrem langsam" gestartet -- in Deutschland hätten die drei Netzbetreiber T-Mobile, E-Plus und 02 zusammengenommen bis Ende April gerade einmal 151.000 UMTS-Handys verkauft. Der Bericht stützt sich dabei auf Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Nicht viel besser sieht es laut Capital bei Vodafone D2 aus, das besonders stark für UMTS geworben hatte. Die Vodafone-Verkaufszahlen wurden von der GfK zwar nicht erfasst, nach Recherchen des Wirtschaftsmagazins haben die Düsseldorfer aber rund 300.000 UMTS-Handys verkauft -- damit sei nur etwas mehr als jeder Hundertste der rund 27 Millionen Vodafone-Kunden hierzulande mit seinem Handy zur neuen Technik gewechselt.

"Etwas erfreulicher" sehe es bei UMTS-Datenkarten für Laptops aus. T-Mobile und Vodafone, die beiden Marktführer, hätten gemeinsam bislang rund 350.000 Karten für das mobile Surfen verkauft. Pläne der Computerhersteller Dell und Samsung, UMTS-Modems direkt in Laptops einzubauen und damit die aufwändige Nachrüstung mit einer separaten UMTS-Karte überflüssig zu machen, könnten das UMTS-Geschäft weiter ankurbeln.

Die nur niedrige Nachfrage der Kunden verschärft laut Capital die Preisschlacht zwischen den Wettbewerbern. Das Magazin beruft sich dabei auf eine Berechnung der Unternehmensberatung Arthur D. Little, nach der die UMTS-Netze die Kapazität im deutschen Mobilfunk um rund 160 Prozent erhöht haben. "Insider-Angaben" zufolge seien die UMTS-Netze jedoch nur zu maximal zehn Prozent ausgelastet.

Die Spekulationen über einen Verkauf der US-Tochter von T-Mobile hängen nach Einschätzung des Magazins unmittelbar mit dem schwachen UMTS-Start hierzulande zusammen: Gerade weil UMTS bisher so schlecht laufe, stelle sich die Frage, ob sich eine Aufrüstung des US-Netzes auf UMTS für möglicherweise mehr als zehn Milliarden Euro überhaupt lohne. (ssu)

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