Menü

Bericht: US-Regierung findet keine Hintertüren in Huawei-Hardware

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 49 Beiträge
Von

Eine Untersuchung der US-Regierung hat einem Agenturbericht zufolge keine Indizien ergeben, dass der Netzausrüster Huawei mit den chinesischen Geheimdiensten im Boot sei. Die Produkte des Herstellers wiesen aber Sicherheitslücken auf, was ihren Einsatz in Telekommunikationsnetzen riskant mache. Der Anfang des Jahres fertiggestellte und bisher geheim gehaltene Bericht sei das Ergebnis einer anderthalbjährigen Untersuchung der US-Regierung und verschiedener Geheimdienste, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Regierungskreise.

Die chinesischen Netzausrüster Huawei und ZTE stehen in Europa und den USA unter Druck. Ihre Bemühungen, auf westlichen Märkten Fuß zu fassen, werden einerseits durch Sicherheitsbedenken der Regierungen erschwert. Andererseits gibt es Bedenken, die Chinesen könnten begünstigt durch großzügige staatliche Unterstützung mit Dumpingpreisen gegen westliche Konkurrenten wie Cisco, Ericsson oder Nokia Siemens Networks punkten. Deswegen sind Huawei und ZTE ins Visier der EU-Kommission geraten.

Die Chinesen haben sowohl den Spionageverdacht als auch die Dumpingvorwürfe stets zurückgewiesen. Die Erkenntnisse der US-Regierung scheinen zu bestätigen, dass die Angst vor Hintertüren in Huawei-Routern unbegründet ist. Auch hat die EU-Kommission bisher noch kein offizielles Verfahren gegen Huawei und ZTE eingeleitet. Nach Informationen der Financial Times Deutschland kooperiert die chinesische Regierung inzwischen mit der EU-Kommission bei der Aufklärung der Vorwürfe.

Auch wenn der US-Regierungsbericht die direkten Spionagevorwürfe gegen chinesische Hardwarehersteller zunächst einmal entkräftet, bleiben die Sicherheitsbehörden skeptisch. Zudem warnen die Experten vor Sicherheitslücken, die sich auch von Geheimdiensten ausnutzen lassen. Eklatante Schwachstellen in Huawei-Routern hatten im Sommer die Berliner Sicherheitsexperten Felix Lindner und Gregor Kopf beschrieben. (vbr)