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Bericht: Übernahme des Roboterhersteller Kuka fast perfekt

Mit weitreichenden Garantien will der chinesische Konzern Midea gut Wetter bei der geplanten Übernahme des Roboterbauers Kuka machen. Die deutschen Maschinenbauer mahnen ihrerseits mehr Chancen in China an.

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Bericht: Kuka-Übernahme fast perfekt

(Bild: Kuka)

Die Vereinbarung zur Übernahme des bayerischen Roboterherstellers Kuka durch den chinesischen Großaktionär Midea steht nach Medieninformationen kurz vor dem Abschluss. Kuka bekomme von den Chinesen langfristige Garantien, berichtete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Laut Investorenvereinbarung würden weltweit alle Kuka-Standorte festgeschrieben, allen Beschäftigten ihre Stellen garantiert. Auch solle Augsburg weiterhin Stammsitz des Roboterherstellers bleiben. Der Pakt solle bis Ende 2023 gelten – das wäre wesentlich länger als sonst in solchen Fällen üblich. Auf einen Beherrschungsvertrag wolle Midea zumindest bis 2023 verzichten, heißt es in dem Bericht weiter.

Nachdem letzte Details mit Midea geklärt seien, solle der Vertrag schon in den nächsten Tagen unterschrieben werden. Damit werde die Unabhängigkeit des Kuka-Vorstands unter dem neuen Eigentümer gewahrt. Auch bleibt die Kuka-Aktie an der Börse notiert. Von Kuka war am Sonntag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Der Maschinenbau-Verband VDMA fordert mit Blick auf die Übernahmepläne auch mehr Chancen für deutsche Firmen in China. Bislang schotte sich China gerade in Schlüsselindustrien zu sehr ab, heißt es in einem Positionspapier des Verbandes, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dazu gehöre etwa der fehlende Zugang ausländischer Niederlassungen in China zu lokalen Förderprogrammen oder der Zwang zu Joint Ventures in bestimmten Wirtschaftssektoren.

Da Kuka bei wichtigen Zukunftstechnologien der Industrie 4.0 aktiv ist, wurden Sorgen vor einem Ausverkauf deutscher Spitzentechnologien laut. Umgekehrt hat Kuka seinerseits China als größten Wachstumsmarkt für Roboter- und Automationstechnik schon länger im Blick und weitet seine Präsenz dort aus.

Es gehe nicht darum, chinesischen Investoren den Zugang zum deutschen Markt zu verweigern, betonte der VDMA. Ausländische Investments in den deutschen Maschinenbau – auch aus China – könnten Arbeitsplätze sichern und böten heimischen Unternehmen neue Geschäfts- und Expansionschancen. Die deutsche Politik sollte aber darauf drängen, dass "China seinen Markt für ausländische Investoren deutlich weiter öffnet, damit wirklich freier Wettbewerb herrschen kann".

Midea hatte vor rund einem Monat angekündigt, mehr als 30 Prozent an Kuka übernehmen zu wollen. Die Chinesen bieten 115 Euro je Aktie. Es wird damit gerechnet, dass das Kuka-Management bis Ende des Monats eine Empfehlung an die Aktionäre abgibt, ob sie das Angebot annehmen sollten. Nach dem Brexit-Votum war der Kurs der Kuka-Aktie am Freitag auf 107,35 Euro abgerutscht. (dpa) / (cwo)

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