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Bericht: Yahoo will Facebook übernehmen

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Der US-amerikanische Portalbetreiber Yahoo steht nach einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) in ernsthaften Verhandlungen über die Übernahme der Community-Website Facebook. Die Zeitung meldet unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen, Facebook habe im Verlaufe der vergangenen zwölf Monate einen möglichen Verkauf parallel auch mit Microsoft und Viacom geführt. Diese seien aber zum Teil aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen nicht weiter verfolgt worden. Mit Yahoo soll Facebook nun wieder in ernsthaften Gesprächen sein. Der Kaufpreis könne bis zu einer Milliarde US-Dollar (788 Millionen Euro) betragen, ist aber dem Bericht zufolge zwischen den Parteien weiter strittig.

Facebook, ursprünglich als Community für Harvard-Studenten gegründet, anschließend für alle College-Studenten erweitert und zuletzt ganz geöffnet, zählt rund neun Millionen Nutzer. In dem Unternehmen, das mit Werbung bald einen Jahresumsatz von 100 Millionen US-Dollar erreichen könne, gebe es Überlegungen, ob Facebook weiterhin eigenständig bleiben oder verkauft werden solle. Auch die Kapitalgeber des Startups, die zuletzt im April in einer dritten Finanzierungsrunde 25 Millionen US-Dollar zuschossen, sehen einen Verkauf offenbar als Option. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg (22) wollte die Gespräche nicht bestätigen, hatte aber eine Übernahme auch nicht ausgeschlossen.

Nach der 580 Millionen US-Dollar schweren Übernahme des Portals MySpace durch die News Corporation hatten sich andere große Unternehmen für Facebook interessiert, darunter auch Yahoo, die dem Bericht zufolge zunächst eine Minderheitsbeteiligung an der Community angestrebt hatten. Gespräche mit Viacom wurden abgebrochen, der Deal mit Microsoft soll an Facebooks Preisforderung von 2 Milliarden US-Dollar gescheitert sein. Yahoo soll zwischenzeitlich 1 Milliarde US-Dollar geboten haben, die Summe nach Einsicht neuer Reichweitendaten dann aber auf 800 Millionen korrigiert haben.

Mit Microsoft verbindet Facebook inzwischen ein Abkommen zur Vermarktung des Portals, nachdem Google einen ähnlichen Deal mit MySpace abgeschlossen hatte. Ab Herbst soll der Softwarekonzern die Vermarktung der Werbebanner und Werbelinks auf dem Portal exklusiv übernehmen. Die Vereinbarung mit Microsoft stehe den Verkaufsgesprächen nicht entgegen, schreibt das WSJ.

Facebook hatte seine Plattform auch für Nichtstudenten geöffnet, weil die Nutzer der ersten Generation inzwischen nicht mehr studieren, das Portal aber weiterhin nutzen können sollten, wie es offiziell hieß. Allerdings steht Facebook angesichts des starken Wachstums von Konkurrenten wie MySpace auch unter Druck, neue Nutzer zu gewinnen. Dass die Facebook-Mitglieder jedoch nicht jede Neuerung mit offenen Armen empfangen, musste Zuckerberg jüngst feststellen, als neue Funktionen einen Proteststurm in der Community entfachten. (vbr)

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