Amazon testet Kassenzahlungen per Handvenenmuster

Ein neuer Vorstoß von Amazon in den stationären Handel? Das Unternehmen testet laut Berichten Terminals für Zahlungen per Handvenenmuster.

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(Bild: Ioan Panaite/Shutterstock.com)

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Onlinehändler Amazon testet US-Berichten zufolge die Nutzung von Handvenenmustern für Bezahlvorgänge an der Ladenkasse. Demnach sollen Käufer ihr individuelles Handvenenmuster mit ihren Bezahlkartendaten verknüpfen können – und dann per Hinhalten der Hand vor den Scanner bezahlen. Ziel sei die Entwicklung eines Kassenterminals, das in der eigenen Biomarktkette Whole Foods eingesetzt werden könnte – ebenso aber auch an andere Ladenbetreiber vermarktbar sei.

Die Pläne seien noch in einem frühen Stadium, schreibt das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider. Mit dem Kreditkartenanbieter Visa soll Amazon bereits Transaktionen über solche Terminals getestet haben, mit Mastercard sowie wie mit kartenausgebenden Banken sei man in Gesprächen. Gedacht sei wohl, dass die Kunden im Laden einmalig ihre Karte ins Terminal stecken, ihre Hand abscannen lassen und dann künftig händisch bei teilnehmenden Geschäften zahlen können. Die dabei anfallenden Daten möchte Amazon laut Bericht gerne über die hauseigene Cloud laufen lassen und mit den Informationen aus Amazon-Kundenkonten verknüpfen, um so umfassendere Konsumentenprofile zu generieren.

Einen Patentantrag für Geräte mit biometrischem Handscanner hat der Onlinehandelsriese auch bereits eingereicht. Die New York Post hatte bereits vergangenes Jahr von internen Tests der Technik durch Mitarbeiter berichtet. Kommentieren wollte das Unternehmen die Berichte bislang nicht.

Praktische Probleme seien auch noch zu lösen: Etwa wie sich mehrere Bezahlkarten mit den Biometrie-Daten verbinden lassen und wie man dann entscheiden soll, mit welcher man zahlt. Auch Sicherheitsfragen seien noch offen, etwa wie sich verhindern lässt, dass gestohlene Karten an Handmuster gebunden werden. Dass sich solche Venenmuster-Sicherheitstechnik auch mit Attrappen austricksen lassen, hatten Hacker bereits 2018 beim 35C3 vorgeführt.

Experimente, wie die Zukunft des Einzelhandels aussehen könnte, unternimmt Amazon schon länger: In den USA betreibt Amazon bereits mehrere stationäre Läden unter dem Namen "Amazon Go". Die teilweise automatisieren Geschäfte kommen ohne Kassen aus. Im Geschäft wird von Kameras automatisch erfasst, welche Waren Kunden mitnehmen. Beim Verlassen des Ladens bezahlen sie per App. In Deutschland hat Amazon bisher nur temporäre Pop-Up-Stores betrieben, um zu bestimmten Anlässen – wie Weihnachten – auch offline Präsenz zu zeigen. Andeutungen, dass Amazon-Läden in Deutschland möglich seien, gibt es aber immer wieder.

(axk)