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Berichte: Interessenten für Nokia Siemens Networks steigen aus

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Beim Verkauf ihrer gemeinsamen Netzwerktochter haben Nokia und Siemens einem Zeitungsbericht zufolge einen Rückschlag erlitten. Mit den US-Finanzinvestoren KKR und TPG sei eines der beiden an Nokia Siemens Networks (NSN) interessierten Konsortien ausgestiegen, meldet die Financial Times am Freitag. Damit sei nur noch das Konsortium aus Gores Group und Platinum Equity im Rennen. Dagegen erklärte ein Nokia-Sprecher gegenüber dem Wall Street Journal (WSJ), es gebe weiterhin "konstruktive Gespräche mit mehreren Parteien", ohne diese allerdings beim Namen zu nennen.

KKR und TPG seien aus den langwierigen Verhandlungen ausgestiegen, weil keine Einigung über den Kaufpreis und die mit dem Einstieg verknüpfte Kontrolle über NSN erzielt worden sei, berichtet die Financial Times unter Berufung auf mehrere Quellen aus Verhandlungskreisen. Nokia dementiert das nicht, widerspricht aber der Darstellung, damit sei nur noch ein Interessent im Rennen. Es gebe Interesse an NSN und weiterhin Gespräche mit mehreren Parteien, betonte ein Nokia-Sprecher. Auch Siemens bestätigte dem WSJ, es gebe mehrere Interessenten für eine Beteiligung.

Nokia und Siemens hatten ihre Netzwerksparten im Frühjahr 2007 zusammengelegt, mit dem Joint Venture bisher aber wenig Erfolg gehabt. Seit dem vergangenen Sommer wollen die Konzerne ihre glücklose Tochter verkaufen. Ein erster Versuch, institutionelle Investoren für einen Einstieg zu gewinnen, war jedoch gescheitert. Im zweiten Anlauf wollen die Eigner laut Medienberichten nun versuchen, einen Preis von mehreren Milliarden US-Dollar zu erlösen. Angesichts der schwachen Ertragslage und des weiteren Umstrukturierungsbedarfs bei dem Telekomausrüster zieht sich der Verkaufsprozess allerdings weiter hin. Am Markt herrscht Skepsis, ob es angesichts der Preisvorstellungen der Eigner tatsächlich zum Verkauf kommt. (vbr)