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Berlin: 1000 moderne Überwachungskameras für U-Bahnhöfe

Gewalttätige Übergriffe auf Bahnhöfen rufen unter Fahrgästen Ängste hervor. Videokameras verhindern kaum Taten, sollen aber bei der Aufklärung helfen.

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1000 moderne Kameras in U-Bahnhöfen

(Bild: dpa)

Die Videoüberwachung der Berliner U-Bahn und der S-Bahnhöfe wird ausgebaut. Die S-Bahn will bis Ende des Jahres auf 65 weiteren Bahnhöfen Kameras anbringen. Bisher gibt es sie auf 19 S-Bahnhöfen, wie ein S-Bahnsprecher am Dienstag sagte. Seit einiger Zeit werden auch in vielen U-Bahnhöfen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) rund 1000 moderne Kameras eingebaut. Sie können per Fernsteuerung geschwenkt werden und zoomen. Sie ersetzen zum Teil alte Kameras. Die Zeitungen Bild und B.Z. hatten am Dienstag über den Ausbau berichtet.

In den S-Bahnhöfen werden anders als in den U-Bahnhöfen nur die Bahnsteigkanten von jeweils vier Kameras gefilmt. So soll den Zugführern über Bildschirme in ihren Führerständen die Abfertigung erleichtert werden. Künftig soll es auf 84 der 166 Bahnhöfen insgesamt etwa 670 Kameras geben. Die Aufnahmen sollen 48 Stunden gespeichert werden. Das ist bisher schon bei den Videobildern aus U-Bahnhöfen, U-Bahnen und Bussen der Fall.

Die U-Bahn hat 173 Bahnhöfe mit derzeit rund 2000 Kameras. Weil die BVG mit den 1000 modernen Geräten im Lauf dieses Jahres nicht nur altes Material ersetzt, sondern auch zusätzliche Kameras installiert, wird die Zahl noch steigen.

Im vergangenen Jahr forderte die Polizei laut Innenverwaltung mehr als 3000 Mal Filme der Überwachungskameras an, um Verdächtige zu identifizieren oder Beweise zur Aufklärung von Gewalttaten zu sichern. Die Zahl der bekannt gewordenen Gewalttaten in den U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen der BVG lag 2014 bei 2965. Die Polizei konnte knapp 1500 Verdächtige identifizieren. Wie viele von ihnen direkt durch die Auswertung der Videofilme ermittelt wurden, lässt sich den Angaben zufolge aber nicht genau feststellen. (keh)

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