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Berlin 2.0: Neues Startup-Fieber in der Hauptstadt

In Berlin glaubte man an den vergangenen beiden Tagen, wieder die Luft der New Economy durch angesagte Locations wehen zu spüren. Am Montag fand der MobileMonday erstmals in der Hauptstadt statt. Das internationale Netzwerktreffen beschreibt sich selbst als "globale Community von Visionären, Entwicklern, Enthusiasten und Innovatoren des mobilen Ökosystems". Tags darauf lud die Initiative Berlin 2.0, hinter der die Spieleseite GameDuell steht, zum "Tech Talk" über die Öffnung sozialer Netzwerke in einen Club in Berlin-Mitte ein.

Laut Boris Wasmuth, Gesellschafter beim Verbraucherportal dooyoo und Marketingchef von GameDuell, entwickelt sich wieder eine Startup-Szene an der Spree. Der spürbare Aufwind sorge bereits dafür, dass Entwickler teurer würden und teils händeringend gesucht werden. Beim gestrigen Tech Talk versuchte Mitch McAlister von MySpace International denn auch die Programmierer gezielt zu umwerben. Da Berlin ein wichtiger Markt sei, sei er dorthin gekommen, um dort nach San Francisco und London die neue Entwicklungsplattform für die Online-Community vorzustellen.

Jede zusätzliche Applikation etwa in Form eines Widgets werde ihr eigenes Profil nach MySpace-Art haben, jeder Nutzer werde ihr "Freund", erläuterte McAlister. Die Anwendung könne dann sowohl in Profile als auch in die nicht-öffentliche Nutzer-Homepage eingebaut werden. Als Kontrollstation diene eine Art virtuelle Litfasssäule, auf der auch Werbung oder E-Commerce-Angebote geschaltet werden könnten. Darüber eingespieltes Geld gehe direkt an die Entwickler.

Eingebaut werden können auf MySpace-Seiten künftig laut McAlister Applikationen, die über den mit Google vorangetriebenen Standard OpenSocial entstehen, sowie eigene, auf das soziale Netzwerk maßgeschneiderte Erweiterungen. Die Nutzer hätten zwar schon immer etwa eigene Musikplayer einbauen dürfen, das solle jetzt aber formalisiert und die Sicherheit der Anwendungen etwa über den Java-Filter Caja von Google besser kontrolliert werden.

Weiter kündigte McAlister einen neuen offenen Standard für das Veröffentlichen von Inhalten anderen Seiten wie Videos auf MySpace-Profilen an. Dabei werde es sich um eine leicht bedienbare "3-Klick-Lösung" handeln. Deutschland bezeichnete Joel Berger von der MySpace-Niederlassung in Berlin "noch ein wenig als Entwicklungsland" bei der Nutzung sozialer Netzwerke. Mit der Öffnung wolle man vor allem StudiVZ, das im vergangenen Jahr hierzulande an MySpace vorbeizog, sowie international Facebook stärker die Stirn bieten. (Stefan Krempl) / (Stefan Krempl) / (vbr)

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