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Berlin: Polizei-Keylogger spähte offenbar doch personenbezogene Daten aus

Mit dem jüngst entdeckten USB-Spionagewerkzeug wurden an einem Dienstcomputer Zugangsdaten ausgelesen, sagt die Personalvertretung "Unabhängige in der Polizei".

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Berlin: Polizei-Keylogger spähte offenbar doch personenbezogene Daten aus

(Bild: Stefan Bellini)

Bei dem "Scherz" mit einem Keylogger an einem Dienstrechner eines Polizisten sind keine Informationen ausgelesen worden, sagt die Berliner Polizeiführung. Ebenso wenig hätten sich Daten aus dem Hauptstadt-Polizeisystem Poliks erfassen lassen. Dem hat die Personalvertretung "Unabhängige in der Polizei" nun widersprochen: Sie sei aus dem Berliner Abgeordnetenhaus darüber informiert worden, "dass diese Angaben der Behördenleitung offenkundig nicht der Wahrheit entsprachen", erklärte die Mitarbeitervereinigung am Mittwoch gegenüber heise online. Demnach habe der eingesetzte Keylogger "die Zugangsdaten eines Dienstvorgesetzten an einem multifunktionalen Arbeitsplatz aufgezeichnet". Dabei habe es sich zudem um einen Rechner mit Polikszugang gehandelt.

Je nach Berechtigung hätte der "Scherzkeks" so etwa auch Login-Informationen zu angeschlossenen Datenbanken wie Inpol, dem Schengener Informationssystem (SIS) oder dem Ausländerzentralregister in die Finger bekommen und sich die Identität des ausgespähten Nutzers zu eigen machen können, wenn er den USB-Stick wieder in seine Hände bekommen hätte. Hinter der ungewöhnlichen Aktion stand aber offenbar eine andere Motivation. Dem Vernehmen nach wollte ein in Zahlungsrückständen geratener Beamter damit in der Kaffeekassenliste eine fingierte Zahlung in Höhe von einer Million Euro vornehmen.

Auch wenn eine Strafbarkeit nicht festgestellt worden sei, hätte jedoch spätestens dieser Vorgang laut den "Unabhängigen" zu einem Umdenken bei den bestehenden Sicherheitsstrukturen führen müssen. In jüngster Zeit habe es immer wieder Berichte zu Datenmissbrauch bei der Berliner Polizei gegeben, was zu einem "massiven Ansehens- und Vertrauensverlust" geführt habe. (Stefan Krempl) / (anw)

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