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Berlinale-Festivaldirektor: #Metoo-Debatte hat große Auswirkungen

Laut Festivaldirektor Dieter Kosslick schaut man sich die Filme bei der Auswahl jetzt genauer als früher an und verzichtet bei der kommenden Berlinale lieber auf Werke, in denen für Frauen demütigende Szenen vorkommen.

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Berlinale-Festivalirektor: #Metoo-Debatte hat große Auswirkungen

(Bild: Tuluqaruk (CC-BY-SA-4.0))

Die Sexismus-Diskussion hat auch Folgen für die Filmauswahl der Berlinale. "Die #Metoo-Debatte hat große Auswirkungen gehabt", sagte Festivaldirektor Dieter Kosslick der Deutschen Presse-Agentur. "Man schaut Filme jetzt auch anders an." Wenn früher auf der Leinwand eine Sekretärin "vernascht" wurde, dann hat man gesagt: Na gut, das steht eben so im Drehbuch. Jetzt sagt man: Naja, das müssen wir jetzt nicht auch noch zeigen", sagte der Chef der Berliner Filmfestspiele, die vom 15. bis 25. Februar 2018 stattfindet.

"Es gibt noch ganz schön viele Filme, in denen für Frauen demütigende Szenen vorkommen", so Kosslick. "Wir haben aber auch Filme, die das Thema Missbrauch und Machtmissbrauch aufgreifen. Es gibt einige Filme, in denen am Ende der Mann der Blöde ist."

Er habe sich für den Wettbewerb bislang rund 150 Filme unter anderem aus den USA, Deutschland, Polen, Frankreich und Italien, aber auch aus Ländern in Asien, Lateinamerika und Afrika angesehen. "Aber die Auswahl ist noch nicht beendet", sagte Kosslick.

Unter den bereits bekanntgegebenen Wettbewerbsfilmen sind mit "In den Gängen" von Thomas Stuber und "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" von Philip Gröning bereits zwei deutsche Produktionen. Es wird nicht dabei bleiben", kündigte Kosslick an. "Es gibt sehr, sehr gute deutsche Filme!" (db)

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