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Berliner Forscher zeigen autonomes Auto

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Auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof haben Berliner Forscher ihr "MadeInGermany" getauftes autonomes Auto vorgeführt. Der umgebaute VW-Passat erkennt selbsttätig Ampeln, Kreuzungen samt der geltenden Vorfahrtsregeln, andere Fahrzeuge sowie Radfahrer und Fußgänger. In der Demonstration hielt das Auto vor einer roten Ampel ebenso an wie vor plötzlich die Fahrbahn querenden Fußgängern und gewährte einem von rechts kommenden Wagen Vorfahrt.

Die Arbeitsgruppe am Fachbereich Informatik der Freien Universität Berlin hat den Passat mit Videokameras, Laserscannern und einem verbesserten GPS-Empfänger ausgestattet. Dadurch kann er seine Position mit einer Genauigkeit von 10 bis 20 Zentimetern bestimmen. Die Laserscanner auf dem Dach erfassen die Umgebung ebenso wie zwei Videokameras, aus denen der mitgeführte Rechner ein dreidimensionales Bild ermittelt. Per CAN-Bus (Controller Area Network) steuert der eingebaute 4-Kern-Rechner Fahrzeugkomponenten wie Bremsen und Lenkrad.

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Auf die von Sensoren und Kameras aufgezeichneten Daten lässt sich von außen zugreifen, etwa per iPad. Die Forscher unter Leitung von Professor Raúl Rojas zeigten außerdem, wie man mit einem solchen Mobilgerät das Fahrzeug zum eigenen Standort bestellen kann – eine Art fahrerloses Taxi. Ein Ziel der Berliner IT-Wissenschaftler ist die bessere Nutzung des vorhandenen Fahrzeugbestands: In vielen Regionen gebe es kaum oder gar keinen öffentlichen Personennahverkehr, Privatautos stünden jedoch einen Großteil der Zeit ungenutzt herum. Ein Car-Sharing-System mit autonomen Fahrzeugen könne besser ausgelastet werden. Rojas schätzt jedoch, dass es marktreife Autos erst ins 15 bis 20 Jahren geben werde.

Wie das kürzlich vorgestellte Projekt von Google und die Braunschweiger "Leonie" ist "MadeInGermany" aus dem DARPA-Projekt Urban Challenge von 2007 entstanden, einem Wettbewerb für autonome Fahrzeuge im Stadtverkehr. (ck)

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