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Berlusconi will Kontrolle über ProSiebenSat.1

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Im Poker um die Übernahme der Münchner TV-Sendergruppe ProSiebenSat.1 hat sich ein weiterer Spieler an den Tisch gesetzt: Die italienische Mediaset bestätigte einen Bericht der römischen Zeitung Il Messaggero, wonach der Konzern einen Kauf von ProSiebenSat.1 prüfe. Mediaset ist mehrheitlich im Besitz der Familie des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi und betreibt unter anderem die drei größten TV-Privatsender Italiens. Den Angaben zufolge will der Verwaltungsrat von Mediaset am kommenden Dienstag über ein unverbindliches Angebot für 50,5 Prozent der ProSiebenSat.1-Anteile entscheiden.

Die ProSiebenSat.1-Mehrheitseigner um das Milliardärs-Ehepaar Cheryl und Haim Saban wollen die profitabel arbeitende Sendergruppe noch in diesem Jahr in Form einer Auktion veräußern. Branchenkreisen zufolge gibt es bereits mehrere ernsthafte Interessenten, darunter den Finanzinvestor Apax Partners, der gemeinsam mit der US-Investmentbank Goldman Sachs bieten will, sowie die Private-Equity-Unternehmen Permira und Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR). Im ersten Halbjahr 2006 erwirtschaftete die ProSiebenSat.1 Media AG bei Umsätzen in Höhe von 551 Millionen Euro einen Gewinn von 83,4 Millionen Euro.

Mediaset ist außer in Italien auch in Spanien aktiv, wo der Konzern über die Tochtergesellschaft "Mediaset Investimenti" die Mehrheit am Fernsehsender Telecinco hält, der mittlerweile zum größten Fernsehsender auf dem spanischen Markt aufgestiegen ist. Gegründet wurde Telecinco von Berlusconi. In Italien kontrolliert der ehemalige Ministerpräsident inzwischen 70 Prozent aller inländischen Medien direkt oder indirekt. Mit einem Vermögen von 11 Milliarden US-Dollar gilt Berlusconi als reichster Mensch Italiens. (pmz)