Bertelsmann-Aktien kommen nicht an die Börse

Der Gütersloher Medienkonzern will die von einem belgischen Investor gehaltenen Anteile in Höhe von 25,1 Prozent für 4,5 Milliarden Euro zurückkaufen.

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Von
  • Tim Gerber

In einer gemeinsamen Erklärung teilten die Anteilseigner am größten europäischen Medienkonzern heute in Brüssel mit, man habe sich "in freundschaftlichen Gesprächen darauf geeinigt", dass Bertelsmann die von der Groupe Bruxelles Lambert (GBL) gehaltene Beteiligung zum 1. Juni für 4,5 Milliarden Euro zurück erwirbt. Zuletzt waren Spekulationen aufgekommen, GBL-Investor Albert Frère könnte von seinem vertraglichen Recht Gebrauch machen und die GBL-Anteile an Bertelsmann an die Börse bringen.

Mit dem Rückkauf-Deal, der noch von den Gremien der beteiligten Gesellschaften genehmigt werden muss, wäre der Medienriese wieder vollständig in den Händen der Bertelsmann-Stiftung sowie der Familie Mohn. Deren Sprecherin Liz Mohn teilte mit, der Schritt gewährleiste die Unabhängigkeit des Unternehmens und sichere dem Vorstand größtmöglichen Handlungsspielraum bei der Führung der Geschäfte.

Laut Bertelsmann soll der Rückkauf mit einem Zwischenkredit mehrerer Banken finanziert werden. Dieser Kredit könne bereits innerhalb von ein bis zwei Jahren durch eine "hohe Mittelfreisetzung aus dem laufenden Geschäft und die zu erwartenden Erlöse aus dem geplanten Verkauf von BMG Music Publishing" zu einem großen Teil zurückgezahlt werden. Der Verkauf der Musiksparte könnte Schätzungen zufolge ein bis zwei Milliarden Euro einbringen. (tig)