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Bertelsmann legt Napster-Streit mit Warner Music bei

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Mit einem Vergleich beendet Bertelsmann seinen Streit mit dem Major-Label Warner Music über die Investitionen in den damaligen Filesharing-Dienst Napster. Dem Vergleich zufolge zahlt Bertelsmann rund 110 Millionen US-Dollar an Warner Music ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, wie eine Unternehmenssprecherin in New York bestätigte. Ein solches Schuldeingeständnis kann sich der Konzern auch kaum leisten. Zwar hat er damit nun den Streit mit den Big Four beigelegt, doch sind noch weitere Klagen aus der Musikindustrie anhängig. Unter Hinweis auf laufende Verfahren lehnte das Unternehmen eine weitere Stellungnahme ab.

Der Gütersloher Medienkonzern war wegen seines Engagements bei Napster während der New-Economy-Hochphase in den Jahren 2000 und 2001 ins Visier der Plattenindustrie geraten. Bertelsmann hatte in den 1999 gegründeten Filesharing-Dienst investiert, obwohl die Musikindustrie – darunter die eigene Tochter BMG – bereits gegen die Filesharer vor Gericht gezogen war. BMG zog die Klage daraufhin zurück. Doch stand der unter der Ägide von Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff eingefädelte Tauschbörsen-Deal unter keinem guten Stern. Napster musste trotz der Versuche, sich zu legalisieren, unter steigendem Druck der Musikindustrie die Segel streichen. Bertelsmann zog nach Middelhoffs New-Economy-Abenteuer die Notbremse und entließ den Vorstandschef. Die Napster-Überbleibsel gingen schließlich an Roxio. Heute wird unter der Marke Napster ein legaler Musik-Abo-Dienst angeboten.

Was Bertelsmann blieb, war der Groll der Musikbranche. Mit den großen Labels Universal und EMI hat sich Bertelsmann inzwischen geeinigt. Über die Details des Vergleichs mit EMI wurde nichts bekannt. Die Einigung mit Universal sah eine Zahlung von 60 Millionen US-Dollar vor. Gleichzeitig hatte Universal-Mutter Vivendi von den Güterslohern den Musikverlag BMG Publishing übernommen. (vbr)