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Bertelsmann steigt bei AOL Europe aus

Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann hat dem weltgrößten Online-Dienst America Online die Option eingeräumt, seine Anteile an AOL Europe zu erwerben. Bislang waren Bertelsmann und AOL jeweils zu 50 Prozent an dem europäischen Online-Dienst beteiligt. Bis zum Jahr 2003 will sich Bertelsmann nach und nach aus seiner Beteiligung am europäischen Gemeinschaftssdienst zurückziehen. Die Kaufoption gilt auch für Bertelsmanns Anteile an AOL Australien: Sie sollen unmittelbar auf America Online übergehen können.

Macht AOL von seiner Kaufoption komplett Gebrauch, fließen 6,75 bis 8,25 Milliarden US-Dollar in die Kasse der Gütersloher. Damit würde der Medienkonzern sein Eigenkapital auf einen Schlag verdreifachen. Die ersten Zahlungen – je nach Ermessen von AOL in Aktien oder in Bar – sollen aber erst nach dem 31. Januar 2002 erfolgen.

AOL und Bertelsmann haben weiterhin vereinbart, dass AOL den Medienkonzern auf Jahre hinaus weltweit als "bevorzugten Anbieter" für Inhalte und E-Commerce festschreibt. Er wird also über AOL, CompuServe und Netscape Online seine Produkte und Inhalte anbieten können. Im Gegenzug öffnet Bertelsmann dem Online-Dienst alle seine Marketing- und Vertriebskanäle. Den Wert dieser Vereinbarung beziffern beide Vertragspartner auf etwa 250 Millionen Dollar.

Mehr zum Ausstieg von Bertelsmann bei AOL Europe im Hintergrundbericht "Hassliebe zwischen Bertelsmann und AOL" [1]. (chr)


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-21847

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[1] https://www.heise.de/meldung/Hassliebe-zwischen-Bertelsmann-und-AOL-21890.html