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Bertelsmann vergleicht sich mit Universal und verkauft Musikverlag

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Bertelsmann hat sich im Clinch um sein Engagement bei Napster mit der Universal Music Group verglichen. Wie beide Unternehmen am heutigen Mittwoch mitteilten, werde Bertelsmann Universals Ansprüche und Anwaltskosten mit einer Zahlung von 60 Millionen US-Dollar (46,7 Millionen Euro) begleichen. Mit dem Vergleich sei kein Schuldanerkenntnis verbunden, betonten die Gütersloher.

Bertelsmann hatte durch seine strategische und finanzielle Unterstützung von Napster in der Vergangenheit den Zorn der Musikindustrie auf sich gezogen. Konkurrierende Unternehmen waren gegen den Medienriesen vor Gericht gezogen, darunter auch EMI und Universal. Bertelsmann argumentierte damals, Napster mit den Darlehen in einen legalen Dienst umwandeln zu wollen. Die Kläger sahen das anders. Bertelsmann habe die von Urheberrechtsklagen geplagte und bereits insolvente Tauschbörse künstlich am Leben gehalten und der Konkurrenz dadurch Milliardenverluste beschert.

Mit dem Vergleich legt Bertelsmann den Streit mit Universal Music zu einem günstigen Zeitpunkt bei. Gleichzeitig gaben die Gütersloher bekannt, den Musikverlag BMG Music Publishing für 1,63 Milliarden Euro an den anderen europäischen Medienriesen Vivendi zu verkaufen. Zu Vivendi gehört auch die Universal Music Group. Im Frühjahr hatte es erste Spekulationen um den anstehenden Verkauf des Musikgeschäfts gegeben. Ein Sprecher erneuerte allerdings das Bekenntnis zum Musik-Joint-Venture SonyBMG, über dessen Zukunft in Brüssel entschieden wird.

Mit dem Erlös will Bertelsmann einen Teil des Zwischenkredits über 4,5 Milliarden Euro ablösen, der für den Rückkauf der bisher von der Groupe Bruxelles Lambert (GBL) gehaltenen Anteile aufgenommen wurden. Bertelsmann hatte die Beteiligung zurückgekauft, um einen möglichen Börsengang zu verhindern. (vbr)

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