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Beschleunigungsmodul für QEMU unter GPL gestellt

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Der Entwickler des unter der GPL stehenden System-Emulators QEMU hat das bisher als kostenloses Add-On vertriebene Kernel-Modul KQEMU mit der Veröffentlichung der neuen Version 1.3.0pre10 nun ebenfalls unter die verbreitete Open-Source-Lizenz GPL gestellt. Mit KQEMU kann der Emulator auf x86- und x64-Systemen ähnlich wie etwa VMWare-Workstation die meisten Prozessorbefehle der Systemgäste an den Prozessor des Host-Systems durchreichen; das soll die Performance des Gastsystems erhöhen, da Qemu die an den Prozessor gerichteten Befehle des Gastsystems nicht erst analysieren und für den Host-Prozessor passend übersetzen muss. Erstmals unterstützt die neue Version den Full virtualization mode auch auf x64-Systemen. Das Modul bleibt aber optional, sodass QEMU auch weiterhin etwa auf PPC- oder Sparc-Systemen ein komplettes x86-System emulieren kann, um darin x86-Code auszuführen.

Die Relizenzierung macht die Aufnahme des Moduls in den offiziellen Kernel möglich; auch ausschließlich auf Open-Source-Software setzende Distributionen wie Debian, Fedora oder OpenSuse können das Modul nun integrieren. Ein Grund für den Schwenk zur GPL dürfte nicht zuletzt der derzeitige Virtualisierung-Boom und die Konkurrenz durch andere Lösungen wie die im vor Kurzem vorgestellten Kernel 2.6.20 enthaltene Virtualisierungstechnik KVM (Kernel-based Virtual Machine for Linux) sein. Sie nutzt Qemu zum Emulieren typischer PC-Komponenten, um etwa eine Netzwerkkarte in den virtuellen Maschinen bereitzustellen. Mit Hilfe der Virtualisierungstechniken moderner Prozessoren (Vanderpool/VT oder AMD-V) übermittelt KVM die Prozessorbefehle des Gastes jedoch an CPU des Host-Systems, um auf diese Weise gute CPU-Performance im Gast zu ermöglichen – das sollte noch mal etwas schneller funktionieren als mit KQEMU. (thl)

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