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Besseres Recycling von Elektronikschrott

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Eine von der UN, nichtstaatlichen Organisationen, wissenschaftlichen Instituten und Herstellern getragene Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, bessere Verfahren zur Verwertung von Elektronikschrott zu entwickeln. Der offizielle Startschuss des Bündnisses, das unter Solving the E-Waste Problem (StEP) firmiert, ist am nächsten Dienstag. "Ziel ist es, die immer wertvoller werdenden Ressourcen zu retten und zu verhindern, dass sie die Umwelt verschmutzen", erklärt Rüdiger Kühr von der United Nations University in Bonn. Die Initiative will sich auf Standards zum Recycling einigen und das Dickicht nationaler und regionaler Regelungen transparent machen.

Zu den Herstellern, die bislang im Boot sind, zählen unter anderem Cisco, Dataserv, Dell, Ericsson, Hewlett Packard, Microsoft und Philips. Aus Deutschland sind außerdem das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration, das Öko-Institut sowie die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit mit engagiert. Prominente amerikanische Akteure sind die Umweltschutzbehörde EPA, das Massachussetts Institute of Technology und die University of California in Berkeley. Weitere Teilnehmer kommen aus Europa, Australien und Asien.

Neben Edelmetallen wie Gold, Silber oder Palladium will man auch andere seltene Metalle wie Indium zurückgewinnen. "In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Preis für Indium versechsfacht," so Kühr. Es werde bislang nur in einigen wenigen Fabriken in Belgien, Japan und den USA wiedergewonnen, berichtet er.

In zahlreichen Entwicklungsländern wird das Recycling bislang dem informellen Sektor überlassen und findet in Hinterhofwerkstätten statt. Ein Beispiel dafür ist China. "Die informellen Verwerter sind sehr wählerisch und recyclen nur die lukrativsten Teile, der Rest wird weggeworfen", berichtet Jaco Huisman, der für die Technische Universität Delft Projekte vor Ort durchführt. "Wir wollen eine große Fabrik zur Verarbeitung von Elektronikschrott aufbauen und dadurch eine komplettere Verwertung und eine hochwertige Demontage in großem Umfang sicherstellen."

Eines der ersten Projekte in Europa, die die Initiative begleitet, ist die Evaluierung der Recycling-Direktive der EU. "Wir sind mit den Vorschlägen der EU einverstanden, sind aber der Ansicht, dass diese weiterentwickelt werden müssen,", so Kühr. Außerdem gehe es nur um die Verantwortung der Hersteller für das Recycling. Soziale Fragen, etwa bei der Herstellung der Produkte, ein Redesign, das eine längere Lebensdauer sichere oder die Weiterverwendung gebrauchter Geräte seien zu wenig berücksichtigt. (Pia Grund-Ludwig) / (uma)

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