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Beta 3 von Android Q mit zahlreichen Neuerungen

Die zur Google I/O veröffentlichte Beta 3 der kommenden Android-Version bringt praktische, unsichtbare und auch überfällige Neuerungen.

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(Bild: heise online)

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Die Google I/O ist traditionell der Zeitpunkt, an dem die kommende Android-Version konkrete Formen annimmt und Entwickler auf neue Funktionen eingeschworen werden. Für Android Q sind das unter anderem die schon mit der Beta 2 eingeführten Bubbles, wie man sie vom Facebook-Messenger bereits kennt. Sie sind vor allem für wichtige Interaktionen wie Chats oder entgangene Anrufe gedacht. Da sie den Homescreen und andere Apps überlagern, wurde den Entwicklern auf der Konferenz mit Nachdruck nahegelegt, die Nutzer mit den Bubbles nicht zu nerven. Im Gegenzug wird unter Android Q aus Gründen der Sicherheit und der Performance der Einsatz von System Alert Windows eingeschränkt, die einige App-Entwickler offenbar für "unwichtige" Interaktionen missbrauchten.

Apropos Interaktionen: Wie in den vergangenen Versionen hat Google an den Benachrichtigungen rumgeschraubt. Sie tauchen in der Benachrichtigungsleiste künftig sortiert auf. Oben finden sich solche mit hoher Priorität, weniger wichtige Nachrichten landen automatisch weiter unten. Zudem werden Silent-Notifications eingeführt, um die Nutzer weniger abzulenken. Eine weitere Dauerbaustelle ist der Teilen-Dialog. Hier wird unter Android Q eine größere Vorauswahl an Personen und/oder Apps angeboten, mit denen Inhalte geteilt werden können. In diesem Zuge wurde auch die Vorschau des zu teilenden Inhalts verbessert.

Auf die größte sichtbare Änderung werden viele Nutzer schon sehnsüchtig gewartet haben: den Dark Mode. Er funktioniert nun systemweit und schaltet mit einem Fingertipp Menüs, Dialoge und Apps in eine dunklere Darstellung, was nachts weniger blenden soll und auf OLED-Displays zudem Energie spart. Der Dark Mode lässt sich jederzeit ein- und ausschalten, soll aber nicht in Abhängigkeit der Tageszeit automatisch wechseln.

Ebenfalls kaum zu übersehen ist die Erweiterung der Gestensteuerung: Während bisher Schaltflächen für "Zurück", "Homescreen" und "letztgenutzte Apps" zum Einsatz kamen, lassen sich diese Aktionen unter Android Q durch neue Wischgesten vom unteren Bildschirmrand aufrufen.

Die Funktionen der Steuerleiste lassen sich unter Android Q auch mit Wischgesten erreichen.

(Bild: Google)

Unter der Haube gab es einige Änderungen, die Performance und Sicherheit verbessern sollen. Eine hervorzuhebende Neuerung ist die Möglichkeit, das Telefon als Schlüssel zum Google-Konto nutzen zu können. Meldet man sich beispielsweise im Browser von einem neuen Computer im Google-Konto an, poppt auf Wunsch auf dem Smartphone eine Aufforderung auf, die Leiser-Taste zu drücken. Erst nachdem man das getan hat, wird die Anmeldung auf dem neuen Gerät abgeschlossen. Das soll das Google-Konto bequemer sichern als herkömmliche 2-Faktor-Authentifizierungen.

Die Android-Runtime (ART) hält Neuerungen bereit, die die Installation und den Start von Apps beschleunigen sollen. So landen kompilierte Fragmente von Apps in der Cloud. Bei der Installation einer App wird neben der App selbst auch ihr vorkompilierter Code aus der Cloud geladen. So entfällt das vollständige Umwandeln in Binärcode auf den Smartphones der Nutzer, was die Installation und den ersten Start von Apps beschleunigt. Zudem sollen Apps unter Android Q dank Optimierungen von ART, etwa bei der Garbage Collection, generell rund 15 Prozent schneller starten.

Wer jetzt schon einen Blick auf Android Q werfen will, kann sich unter android.com/beta für den Beta-Test registrieren. Er ist für 15 Geräte von zwölf Herstellern verfügbar. (spo)