Menü

Beta von Red Hat Enterprise Linux 7: Bye bye 32-Bit-x86

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 52 Beiträge

XFS soll bei RHEL7 bis zu 500 TByte große Datenträger unterstützten.

(Bild:  Release Notes zur RHEL7-Beta )

Etwas mehr als drei Jahre nach der Veröffentlichung von Red Hat Enterprise Linux 6 (RHEL6) hat Red Hat nun die erste Beta der Nachfolgegeneration RHEL7 veröffentlicht. Die auf Unternehmenskunden ausgerichtete Linux-Distribution basiert auf Komponenten des im Sommer freigegebenen Fedora 19 und nutzt einen Linux-Kernel 3.10. Als Standarddateisystem setzt Red Hat nicht wie Fedora auf Ext4, sondern auf das ursprünglich von SGI für IRIX entwickelte und vor vielen Jahren auf Linux portierte Journaling File System XFS. Btrfs ist verfügbar, soll aber wie schon bei RHEL6 fürs Erste ein Technology Preview sein, daher wird dessen Einsatz nicht vom Support abgedeckt.

Container-Virtualisierung, die bei RHEL6 noch ein Technology Preview ist, wird bei RHEL7 offiziell unterstützt; das Deployment von Containern soll unter anderem mit Docker gelingen. Anders als bei RHEL5/RHEL6 soll ein Update von RHEL6 auf den Nachfolger unterstützt werden. Bei Samba setzt Red Hat auf die erst im Oktober freigegebene Version 4.1. Viele weitere Eigenschaften sind vom aktuellen Fedora bekannt; als Init-System dient etwa Systemd, als Standard-Desktop der Gnome 3.8 – allerdings im Classic-Modus. Weitere Details zu RHEL7 erläutern Release Notes, Technical Notes und andere Dokumentationen.

Die RHEL7-Beta gibt es für 64-Bit-x86-Systeme (x86_64), die POWER7- und POWER8-Prozessoren (ppc64) von IBM und die vom selben Unternehmen stammende Architektur System z (s390x). Eine Ausführung für 32-Bit-x86-Systeme (i386/x86-32) gibt es nicht, daher wird es aller Wahrscheinlichkeit nach auch die finale Version nicht für die Prozessor-Architektur geben, mit der RHEL größere Verbreitung fand. Anders als Beta-Versionen von Minor-Releases wie RHEL 6.5 steht die Beta von RHEL7 nicht nur RHEL-Abonnenten zur Verfügung, sondern ist allgemein verfügbar. Dazu hat Red Hat eine Webseite aufgesetzt, auf der sich der Nutzer zum Herunterladen registrieren muss. Über den Server ftp.redhat.com lassen sich die ISO-Images aber auch ohne virtuellen Papierkram herunterladen; derzeit haben die meisten deutschen Mirror des Servers die RHEL7-Beta aber noch nicht vorrätig.

Von RHEL 5.0 und 6.0 gab es jeweils zwei öffentliche Beta-Versionen; wenn Red Hat das bei RHEL7 genauso hält und sich für die weitere Entwicklung ähnlich viel Zeit lässt wie bei diesen beiden RHEL-Familien, dürfte bis zum Erscheinen von RHEL7 noch mindestens fünf Monate vergehen. (thl)

Anzeige
Anzeige