Beteigeuze wird wieder heller: Supernova fürs Erste wohl abgesagt

Wie von Astronomen immer wieder prophezeit, hat der Stern Beteigeuze damit begonnen, wieder heller zu werden. Eine Supernova steht wohl nicht unmittelbar bevor.

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Beteigeuze vor und nach der aktuellen Verdunkelung

(Bild: ESO/M. Montargès et al.)

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Der Stern Beteigeuze wird nicht mehr dunkler und gewinnt bereits langsam wieder an Helligkeit. Das hat eine Gruppe von Astronomen um Edward Guinan von der Villanova University im US-Bundesstaat Pennsylvania beobachtet und in dem Mitteilungsdienst Astronomer's Telegram öffentlich gemacht.

Die Astronomen schreiben, "Beteigeuze hat definitiv aufgehört, dunkler zu werden und stattdessen begonnen, langsam heller zu werden"; "die Verdunkelungsepisode hat aufgehört". Wie von Astronomen immer wieder hervorgehoben, hat die außergewöhnliche Abdunkelung damit wohl keine unmittelbar bevorstehende Supernova angekündigt. Andere Beobachtungen scheinen das nun zu unterstreichen.

Beteigeuze im Sternbild Orion gehört eigentlich zu den hellsten Sternen am Nachthimmel, war aber in den vergangenen Monaten deutlich in dieser Rangliste abgerutscht. Astronomen hatten Ende 2019 auf diesen Umstand hingewiesen und erklärt, dass es sich um einen sogenannten "Roten Überriesen" handelt, der am Ende seines Sternenlebens angekommen ist. In – bezogen auf astronomische Zeiträume – naher Zukunft wird er demnach in einer gewaltigen Supernova enden, die an unserem Nachthimmel so hell wäre wie ein Halbmond. Dass das aber tatsächlich in nächster Zeit passiert, erwarten sie aber nicht, sondern prognostizierten stattdessen eine erneute Helligkeitszunahme. Die scheint nun begonnen zu haben.

Dass der immense Helligkeitsabfall keine akut bevorstehende Supernova anzeigt, geht laut Astronomen der Universität von Minnesota und Arizona auch aus anderen Analysen hervor. Wie sie ebenfalls im Astronomer's Telegram ausführen, zeigen Beobachtungen im infraroten Spektrum keine Veränderungen bei Beteigeuze: "Die visuelle Abdunkelung ist mit keiner deutlichen Veränderung beim Energieausstoß verbunden", erklären sie. Zwar könne der Stern weiterhin morgen oder in den nächsten Hunderttausend Jahren explodieren, schreiben sie, die aktuelle Helligkeitsveränderung sei aber jedenfalls kein Vorbote eines unmittelbar bevorstehenden Endes des Sterns.

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Wegen seiner Größe und seiner vergleichsweise geringen Distanz zur Erde ist Beteigeuze einer der wenigen Sterne, der von der Erde aus nicht nur als Punkt, sondern als Fläche auszumachen ist. Das unterstrich auch eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Aufnahme des abgedunkelten Sterns, aufgenommen mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO). Sie zeigte einen charakteristischen hellen Fleck auf dem Stern aber auch deutlich dunklere Stellen. Welcher Prozess genau für die Verdunkelung verantwortlich ist, hat die Aufnahme aber offenbar noch nicht erklären können. Astronomen gehen von einer "außergewöhnlichen Sternaktivität" oder einem Staubauswurf in unserer Richtung als Ursache aus.

Beteigeuze und Orion (7 Bilder)

Das Sternbild Orion. Den Kopf bildet der Stern Meissa. Er gehört zu Sternhaufen Cr69.
Der rotleuchtende Stern links der Mitte ist die Beteigeuze. Rechts davon Bellatrix.
Die drei Sterne in der Mitte bilden Alnitak, Alnilam und Mintaka und gehören zum offenen Sternenhaufen Cr70.
Darunter befindet sich im sogenannten "Schwertgehänge" unter anderem der Emissionsnebel M42. In dem Bereich befindet sich auch der weltberühmte Pferdekopfnebel B 33.
Den Abschluss bilden unten die Sterne Saiph (links) und Rigel.

(mho)