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Beteiligungsverkäufe bescheren Lycos Europe ein positives Ergebnis

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Bei Lycos Europe sieht es operativ zwar immer noch nicht rosig aus, doch immerhin kann Bertelsmanns Portaltochter dank verkaufter Beteiligungen unter dem Strich erneut ein Plus verbuchen. Im ersten Quartal 2007 blieb ein Gewinn von 7,61 Millionen Euro, zu dem der Verkauf des schwedischen Portal- und Zugangsgeschäftes von Spray.net mit über 10 Millionen Euro maßgeblich beigetragen hat. Ohne diese Erlöse weist die Bilanz von Lycos Europe Einnahmen von knapp 20 Millionen Euro und einen Verlust von knapp 3 Millionen Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wuchs der Umsatz um 9 Prozent von 18,31 (ohne Spray.net) auf 19,96 Millionen Euro, beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) vergrößerte sich der Verlust von 2,37 auf 3,85 Millionen Euro.

Die Sparte "kostenpflichtige Dienste und Shopping" trug mit mehr als der Hälfte des Umsatzes zum Ergebnis bei und verzeichnete ein Wachstum von 35 Prozent. In der Sparte sind das Domain-Geschäft der Starnberger Tochter United Domains sowie der Preissuchmaschinenanbieter Pangora, dessen Anwendung hinter zahlreichen Shoppingangeboten großer Portalbetreiber steckt, tragende Säulen. Gegen den allgemeinen Trend rückläufig ist das Werbegeschäft. Die Werbeumsätze sanken im Jahresvergleich von 8,08 Millionen Euro auf 6,77 Millionen Euro. Das zum Verkauf stehende deutsche Zugangsgeschäft trug mit 1,42 Millionen Euro zum Umsatz bei.

Der Verkauf der Zugangsaktivitäten wird Lycos wohl das erste profitable Jahr seit 2001 bescheren. CEO Christoph Mohn rechnet mit einem Gewinn im zweistelligen Millionenbereich. Allein im laufenden Quartal wird der Verkauf der Beteiligung am tschechischen Portal Seznam.cz für einen Geldsegen sorgen. Mohn erwartet einen Nettogewinn von 61 Millionen Euro für den zweiten Jahresabschnitt. Operativ werde dagegen ein Verlust von rund 4 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Lycos erklärt den steigenden operativen Verlust mit verstärkter Marketing- und Entwicklungsaktivität. Das Portal wird gerade konsequent auf Web-2.0 getrimmt, das kostet erst einmal Geld. Mit einer Ergebnisbelastung sei deshalb auch in Zukunft zu rechnen, sagt Mohn. Doch will er mittelfristig auch operativ wieder auf einen grünen Zweig kommen und sieht das Unternehmen dafür strategisch gut aufgestellt. Mit dem Erfolg der neuen Portal-Idee Jubii, die nach den USA nun auch in Deutschland vor dem offiziellen Start steht, werde sich die Ertragslage, insbesondere die Werbeeinkünfte, wieder verbessern, heißt es aus Gütersloh. Das Angebot vereint verschiedene Web-2.0-Dienste ("the best of Web 2.0") und eine virtuelle Community unter einem Dach. (vbr)