Menü
Technology Review

Betriebssystem für Drohnen

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 111 Beiträge

Für viele Menschen sind sie das Symbol für den Roboterkrieg der Zukunft: Drohnen. Doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die unbemannten Luftfahrzeuge nach der militärischen auch die zivile Luftfahrt erobern. Jonathan Downey will diese Entwicklung noch beschleunigen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Nachdem der Ingenieur bei Boeing am A160 Hummingbird, einem unbemannten Militär-Helikopter, mitgearbeitet hatte, gründete er die Firma Airware, um eine Steuersoftware für zivile Drohnen zu entwickeln. Downeys Ehrgeiz ist, die Software zu einem Standard-Betriebssystem für die Flugroboter zu machen – einem "DOS" für Drohnen.

10,7 Millionen Dollar Kapital hat Downey für sein Start-up im kalifornischen Newport Beach bereits eingesammelt. Unter den Investoren sind die Wagniskapitalgeber Andreessen Horowitz und Google Ventures.

"Die Leute hätten doch keine Lust darauf, dass irgendwann 100 verschiedene Drohnen mit 100 verschiedenen Hardware-Plattformen und 100 verschiedenen Steuerprogrammen herumfliegen", sagt Downey, der selbst eine Pilotenlizenz hat. "Eine gewisse Standardisierung ist doch in jedermanns Interesse."

Die Software von Militär-Drohnen taugt als Basis fürs zivile Geschäft nicht. Denn die Rüstungsfirmen entwickeln ihre Geräte für das Pentagon als teure "Black-Box"-Systeme, die nicht dazu gedacht sind, von anderen adaptiert zu werden. Die zivilen Industrielösungen wiederum sind bislang alle proprietär.

Downeys Drohnen-Autopilot hingegen basiert auf dem offenen Betriebssystem Linux. Eine Installation kostet zurzeit zwischen 4000 und 7000 Dollar. Ähnlich wie beim Linux-basierten Android-Betriebssystem für Smartphones will Downey es für Ingenieure und Tüftler so leicht wie möglich machen, eigene Apps zu entwickeln oder Sensoren in eine Drohne zu integrieren. (bsc)

Anzeige
Anzeige