Menü
Technology Review

Betriebssystem läuft im Browser und auf P2P-Basis

Finnische Programmierer haben ein Betriebssystem entwickelt, das komplett über das Internet nutzbar ist. Die Daten werden dabei verschlüsselt über alle Nutzer verteilt.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 105 Beiträge

Statt wie Windows, Linux oder Mac OS X auf dem Rechner installiert werden zu müssen, läuft der Hauptbestandteil von Avatar OS, das die Macher als "Operating System for the Internet" bezeichnen, direkt in modernen Browsern wie Chrome oder Firefox, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Dort finden Nutzer standardmäßig Anwendungen wie Bildbearbeitung, Dokumentenmanagement und Multimediasoftware vor. Der Vorteil: Man hat damit auf verschiedenen Geräten eine einheitliche Oberfläche.

Das Clevere an Avatar OS ist, dass Speicher und Rechenleistung nicht von kommerziellen Cloud-Servern kommen, sondern nach dem Peer- to-Peer-Prinzip von den vernetzten Rechnern anderer Avatar-Nutzer. Damit das funktioniert, muss zusätzlich ein Add-on-Programm namens Avatar Bridge installiert werden.

Jeder teilnehmende PC ist ein eigener Netzknoten, der auch Teile der Daten anderer Avatar-OS-Nutzer speichert und bereitstellt. Ein Sicherheitsproblem soll das nicht bedeuten: Alle Informationen seien verschlüsselt und anonymisiert abgelegt, versprechen die Entwickler Marko Polojärvi und André Staltz, die bereits ein Prototypsystem entwickelt haben. Sie orientieren sich dabei an Dateitauschsystemen wie BitTorrent und Anonymisierungsdiensten wie Tor und wollen ein "Many to Many"-Protokoll aufsetzen, bei dem es keine Rolle spielt, ob einzelne Knoten vertrauenswürdig sind.

Die Betriebssystemoberfläche soll einfach bedienbar sein und standardmäßig wichtige Anwendungen wie Fotoprogramme, Dokumentenmanagement und Multimediaprogramme enthalten. Das Team hofft auf Beitragende aus der Open-Source-Gemeinschaft.

Wenn Avatar OS fertig ist, wird es laut Polojärvi und Staltz kostenlos angeboten werden, außerdem wird der Quellcode freigegeben. Geld für die Entwicklung soll zuvor über eine Crowdfunding-Kampagne von interessierten Nutzern eingesammelt werden. Details zur Architektur beschreiben die Entwickler in einem White Paper.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)