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Bevorstehende "Behörden-Aktion" beunruhigt P2P-Nutzer

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Seit kurzem kursiert in Web-Foren und per E-Mail eine Meldung, in der vor einer "Aktion deutscher Behörden" gegen Tauschbörsen-Nutzer am Tag der deutschen Einheit (3. Oktober) gewarnt wird. Damit die Aktion scheitert, solle man vom 2. bis 5. Oktober lieber nicht über Kazaa & Co. tauschen. Die Internet-Provider scannen laut der Warnung ihre Kunden, um herauszufinden, ob sie Tauschbörsen nutzen. T-Online habe damit bereits heute begonnen. Eine genauere Lektüre des Forum-Beitrages lässt jedoch vermuten, dass sich jemand einen Scherz auf Kosten der anderen Forums-Teilnehmer erlaubt hat oder derjenige selbst einem Scherzbold auf den Leim gegangen ist.

T-Online-Pressesprecher Michael Schlechtriem betonte gegenüber heise online, dass sein Unternehmen "die Kunden generell nicht überwacht". Einzig im Fall eines richterlichen Beschlusses würde man mit Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten. Um einen solchen zu erhalten, müssten aber bereits Daten über die betroffenen Anwender gesammelt worden sein.

Diane Groß, Pressereferentin der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU), zeigte sich zwar erfreut über die Verunsicherung der Tauschbörsianer, konnte aber nicht bestätigen, dass die GVU eine entsprechende Aktion an dem Feiertag durchführen wolle. Gleiches gelte laut IFPI-Sprecher Hartmut Spiesecke für den Phonoverband.

Wer aufgrund einer solchen Warnmeldung tatsächlich in der angegebenen Zeit sein Kazaa, eDonkey oder gleich den Rechner ausschaltet, könnte ziemlich blauäugig sein. Rechteinhaber oder von ihnen beauftragte Firmen dürften schon seit geraumer Zeit belastendes Material von Usern sammeln -- sprich IP-Adressen, angebotene Songs, Movies oder Software und den jeweiligen Zeitraum --, die urheberrechtlich geschütztes Material herunterladen. (vza)