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Bewerber für .eu-Domain können sich in Brüssel melden

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Jetzt soll es schnell gehen mit der .eu-Domain. Schon am 25. Oktober läuft die Frist für Bewerbungen um den Betrieb der lange geplanten Registry ab. Rund 60 Vertreter von Firmen und Organisationen folgten daher am Freitag der Einladung der Kommission zum "Open Day" nach Brüssel. Anne Troye, die für die EU-Kommission das Ausschreibungsverfahren skizzierte, rechnet allerdings nicht vor kommenden März mit dem Start der Registry. EU-Bürger, Unternehmen und Organisationen können Adressen unter .eu eintragen lassen. Auch EU-Institutionen wie die Kommission werden ihre Domains in die neue Zone migrieren.

Die potentiellen Registry-Anbieter stehen in dem eiligen Bewerbungsverfahren nach Ansicht von George Papapavlou von der EU-Kommission vor allem vor einem Problem. Sie müssen ihren Business-Plan für die Non-for-Profit-Registry mit vielen Unbekannten durchrechnen. Denn erst nach der Auswahl des Betreibers durch die Kommission und einer von den Mitgliedsstaaten vorgeschlagenen Expertengruppe wird über Registriermodalitäten und Verwaltungsstruktur der eu-Registry entschieden.

Insgesamt dürfte die eu-Registry zu den ccTLDs mit der striktesten Aufsicht werden. ber außergerichtliche Schiedsverfahren oder die letztliche Beteiligung der Öffentlichkeit in der eu-Verwaltung entscheiden letztlich die Brüsseler Beamten. Schon jetzt haben die Mitgliedsstaaten Listen mit geographischen Namen,. die sie in der neuen Registry gesperrt sehen wollen, bei der Kommission eingereicht. "Fast alle Mitgliedsländer haben eine solche Liste geschickt," sagte Troye gegenüber heise online. Nicht-Mitgliedsländer müssen erst mal draußen blieben.

Trotz aller Schwierigkeiten rechnet Kommissionsvertreter George Papapavlou im Oktober mit mehreren Bewerbungen europäischer Konsortien. Im Anschluss an die Informationsveranstaltung versuchten Vertreter des Council of European Registrars (CORE) noch einmal eine große Koalition mit den Vertretern der eher konservativeren spanischen und französischen Länder- Registry (EUREG) und mit einem paneuropäischen Konsortium (EuDR) zu schmieden. Mehr als ein halbes Dutzend Kleinstkonsortien - darunter unter anderem die irische und die belgische Registry oder der ISP gandi.net - stritt bislang übers Konzept für die eu-Registry. Jedwede eu-verdächtige Abkürzung dürfte inzwischen belegt sein.

Wenn sich die Kleineren nicht einigen, stehen die Großen schon bereit, fürchtet CORE-Vertreter Werner Staub. "Wir können zum Beispiel keine stehenden Truppen leisten", sagt Staub zu den ungleichen Voraussetzungen. Neben dem Registrarkonsortium Afilias, waren auch VeriSign und Neustar in Brüssel vertreten. Ein Sprecher von Neustar bestätigte gegenüber Heise das Interessen an einer Bewerbung, allerdings prüfe man derzeit noch die Möglichkeiten. Die kommerziellen und nicht aus der EU stammende Bewerber brauchen ein Europa-Standbein oder einem Partner. Aber, so Papapavlou, von vornherein auszuschließen seien die Bewerbungen nicht. (Monika Ermert)/ (tol)