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Bezahlbare Exoskelette helfen Arbeitern und Gelähmten

Exoskelette sind keine Zukunftsmusik mehr. In Flugzeugfabriken oder Lagerhallen helfen sie bereits, Verletzungen zu vermeiden. Nächster Schritt soll die Unterstützung von Personen mit Rückenmarksverletzungen sein.

3 Männer auf einer Bühne, davon einer mit Krücken und Exoskelett

Der an der Wirbelsäule verletzte Arash Bayatmakou in einem Exoskelett, SuitX-Mitgründer Homayoon Kazerooni, und Techcrunch-Journalist Greg Kumparak (v.r.n.l.)

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Als "von Menschen getragene Roboter-Anzüge" bezeichnet SuitX-CEO Prof. Homayoon Kazerooni seine Exoskelette. Vergangenen Samstag stellte er seine kommerziellen Modelle auf der Techcrunch Robotics in Berkeley vor. Das größte Hallo gab es aber für einen Prototypen: Der teilgelähmte Arash Bayatmakou konnte damit einige Schritte tun. Sein Lächeln war unbezahlbar.

Arash Bayatmakou hat eine Rückenmarksverletzung. Mit dem Prototyp eines SuitX-Exoskeletts kann er ein paar Schritte gehen.

Das Exoskelett hingegen soll leistbar werden: "Wir glauben, dass das den Endkunden ungefähr 15.000 US-Dollar kosten wird", sagte Kazerooni, "Wie ein elektrischer Rollstuhl. Das ist, was wir anpeilen." Um die Kosten zu senken, hat er das Gerät auf das Notwendige reduziert: Nur je ein Motor links und rechts und so wenige Sensoren und Kabel wie möglich. Während andere Firmen sich an Hirnstromsteuerungen für Exoskelette wagen, gibt SuitX seinen Kunden einfach zwei Druckknöpfe zur Hand.

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Zu Fußballspielern werden Querschnittgelähmte damit freilich nicht. Vielmehr soll das Exoskelett bei der Rehabilitation helfen. Eines Tages sollen sie damit zu Hause trainieren können, anstatt viel Zeit in mühsame Anfahrten zu Rehazentren zu investieren. Bislang gibt es erst zehn Prototypen, und die Zulassung als Medizinprodukt steht noch aus.

Umsatz macht SuitX derweil mit kleineren Exoskeletten für Arbeiter. Diese Geräte "verleihen [den Trägern] Kraft, damit sie sich weniger verletzen, weniger müde werden und produktiver sind." Das Modell BackX unterstützt den Rücken, wenn sich der Träger bückt, um eine schwere Last zu heben. Das soll die Lendenwirbel schützen. Mehr als 450 BackX hat SuitX den Angaben zufolge bisher verkauft.

LegX verhilft zu lang ausdauerndem Hocken, was unter anderem beim Fliesenlegen hilft. Und ShoulderX ist für Personen konzipiert, die längere Zeit Überkopf arbeiten müssen. Jedes dieser Exoskelette kostet 4000 bis 5000 US-Dollar, und man kann sie auch alle gleichzeitig tragen. "Wir bauen unsere Motoren selbst, damit wir schmale Motoren haben, sodass Sie [mit dem Exoskelett] auch in einem Sessel sitzen und arbeiten können", erläuterte Kazerooni. Seine Kunden hat er bislang insbesondere in der Logistik, beim Flugzeugbau und in der Bauwirtschaft gefunden. (ds)

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