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Bezahldienstleister Stripe stellt Bitcoin-Unterstützung ein

2014 begann der Bezahldienst Stripe, Bitcoinzahlungen zu unterstützen, weil er auf eine günstige Alternative zu Kreditkarten hoffte. Die Hoffnung wurde enttäuscht, Stripe beendet seine Akzeptanz des Kryptogelds.

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(Bild: dpa, Jens Kalaene)

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Der US-Bezahldienstleister Stripe will seine Unterstützung von Bitcoinzahlungen bis April 2018 schrittweise beenden. Das Kryptogeld habe sich in den vergangen Jahren eher zu einer Art Geldanlage denn zu einem Zahlungsmittel entwickelt, hieß es in einem Blogbeitrag des Unternehmens. So bräuchten Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk oftmals zu lange, um dort bestätigt zu werden. Zugleich schwanke der Wert erheblich, so dass es zu Fehlbeträgen komme, wenn die Zahlungen endlich angekommen seien. Ebenfalls seien die Transaktionsgebühren zu hoch.

Stripe hatte 2014 angefangen, Bitcoinzahlungen für seine Kunden anzunehmen. Damals habe man die Hoffnung gehabt, Bitcoin könne ein guter, dezentraler Ersatz für teure Kreditkartenzahlungen sein, erklärte Produktmanager Tom Karlo, Stattdessen könne das Unternehmen nun beobachten, wie das Interesse seiner Kunden an Bitcoinakzeptanz schwinde. Auch die Firmen, die über Stripe Bitcoinzahlungen annehmen, würden über die Währung inzwischen substanziell weniger Umsatz machen.

Aus ähnlichen Gründen hatte bereits die Spieleplattform Steam die Bitcoinakzeptanz im Dezember eingestellt. Stripe bleibe aber optimistisch, was Kryptogeld angehe. So stellte das Unternehmen in Aussicht, der Währung Stellar zu unterstützen – was dem Kurs des Kryptogelds auch gleich einen Höhenflug bescherte. Stripe wurde 2011 gegründet und ist eigenen Angaben nach mit 900 Mitarbeitern in 25 Ländern aktiv, seit Sommer 2017 auch in Deutschland.

Beim Bitcoin ist derzeit eine Entspannung bei den Transaktionsgebühren festzustellen: Zum Mittag des Mittwochs waren es für eine schnelle Transaktion rund 240 Satoshi pro Byte, was bei einer durchschnittlichen Transaktionsgröße von 250 Byte zwischen 6 und 7 US-Dollar lag. Im Verlauf des Tages hatten sogar Transaktionen mit deutlich geringeren Gebühren, gute Chancen in den nächsten Block aufgenommen zu werden.

Der Bitcoin kämpft schon seit langem mit Kapazitätsengpässen. Ein Segregated Witness (kurz auch SegWit) genanntes Update sollte eigentlich Entlastung in den 1 Mbyte großen Datenblöcken der Bitcoin-Blockchain schaffen, indem es die Eintragung von Transaktionssignaturen modifiziert. Doch das wird bislang nur bei rund 12 Prozent aller Transaktionen genutzt. Auch die in Entwicklung befindlichen Lightning Networks werden in der Community als große Hoffnung gehandelt – sie sollen eine zusätzliche Schicht von Bezahlkanälen rund um das Bitcoin-Netzwerk ermöglichen. Bislang findet einen Großteil der Aktivität aber noch im Testnetz statt, bis Lightning Networks reif für Endnutzer sind, dürfte es noch dauern.

[UPDATE, 25. Januar, 10:00]

Angaben zu Transaktionsgebühren wurden korrigiert. (axk)