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Bezahlen mit dem Smartphone: Sparkassen kündigen eigene App an

Bei Googles Bezahlsystem Google Pay wollen die deutschen Sparkassen nicht mitmachen. Sie setzen wie die Volks- und Raiffeisenbanken auf eine eigene App.

Bezahlen mit dem Smartphone: Sparkassen kündigen eigene App an

Kein Google Pay: Die angekündigte Sparkassen-App akzeptiert auch eine Girocard.

(Bild: Sparkassen- und Giroverband)

Die deutschen Sparkassen wollen beim mobilen Bezahlen nicht mit Google zusammenarbeiten und kochen lieber ihr eigenes Süppchen. Eine Kooperation mit Google sei derzeit "keine Option", ließ der Sparkassen- und Giroverband dazu auf Twitter verlauten und kündigte noch für diesen Sommer eine Sparkassen-App an, mit der Sparkassenkunden kontaktlos bezahlen können.

Google hatte seine Bezahl-App für Android-Smartphones am Dienstag auch in Deutschland gestartet. Allerdings können zunächst nur Kunden der Commerzbank und von N26 ihre Kreditkarten mit Google Pay verknüpfen. Auch die virtuelle Mastercard der Payment-App Boon spielt schon mit Googles Bezahldienst zusammen. Für Kunden der Landesbank Baden-Württemberg und des Startups Revolut soll es auch bald so weit sein. Google ist zudem in Gesprächen mit weiteren Banken.

Die Sparkassen winken allerdings ab. Für sie kommt eine Zusammenarbeit mit Google Pay nicht in Frage. Stattdessen soll es schon bald eine eigene Sparkassen-App geben, mit der im Handel auch kontaktlos bezahlt werden kann. Die Sparkassen-Lösung hat den Vorteil, dass der Kunde hier auch seine Girocard (früher “EC-Karte”) als Zahlungsmittel hinterlegen kann und nicht eine Kreditkarte benötigt.

Bei Apple Pay geben sich die Sparkassen ein bisschen offener. “Wir sind grundsätzlich an Apple Pay interessiert”, sagt der Giroverband auf Twitter. Aber auch: "Die Lösung für Android-Geräte, die wir bald anbieten, hat momentan Priorität." Das könnte daran liegen, dass Apple bisher den Zugang zum NFC-Chip der iPhones für Apps von Drittanbietern stark einschränkt. Wenn es ums Bezahlen geht, führt derzeit an Apple Pay kein Weg vorbei. Berichten zufolge will Apple diese Beschränkungen demnächst lockern – ob damit dann der Weg für die Bezahlanwendungen der Banken frei ist, bleibt abzuwarten.

Wie die Sparkassen haben auch die Volks- und Raiffeisenbanken ihre eigene App für das mobile Bezahlen. Die neue VR-BankingApp ist seit Ende vergangenen Jahres im Test bei den Mitarbeitern zweier Institute in Hessen und wurde vor rund zwei Wochen auf die Kunden ausgedehnt. Ab August soll die App dann schrittweise bei den anderen Volks- und Raiffeisenbanken eingeführt und Ende 2019 bei allen Instituten erhältlich sein. Auch bei der VR-BankingApp lässt sich mit einer virtuellen Girocard bezahlen.

Girocards sind das in Deutschland am weitesten verbreitete Kartenzahlungsmittel und mit ein Grund, warum Kreditkarten hierzulande nicht so beliebt sind. Weil die Girocard ein deutscher Sonderweg ist, funktioniert das Zusammenspiel mit internationalen Zahlungssystemen meistens nicht – auch Google Pay unterstützt die Girocard nicht. Die deutschen Karten sind deshalb oft parallel für die Zahlungssysteme Maestro oder V-Pay ausgelegt. (vbr)

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