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Bezahlverfahren: Rechnungskauf dominiert online, Bargeld an der Ladenkasse

Beim Onlinekauf zahlt der Deutsche immer noch am liebsten auf Rechnung, an der Ladenkasse zückt man Bargeld. Kontaktloses Zahlen etwa mit dem Smartphone hat dagegen keine Relevanz.

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Bezahldienst PayPal

(Bild: dpa, Lukas Schulze/Archiv)

Die deutschen Verbraucher bezahlen ihre Online-Einkäufe nach wie vor am liebsten erst nach Erhalt der Ware. Der Kauf auf Rechnung sei unverändert die mit Abstand führende Zahlungsart beim Online-Shopping, berichtete das Kölner Handelsforschungsinstitut EHI am Mittwoch in einer aktuellen Studie. Die Beliebtheit sei 2016 sogar noch angestiegen.

Gemessen am Umsatz seien im vergangenen Jahr über 30 Prozent der Einkäufe im Internet auf Rechnung erfolgt, berichteten die Handelsexperten. Auf Platz zwei folgte die Zahlung per Lastschrift, auf die rund 20 Prozent der Umsätze entfielen. Die hohe Bedeutung der Lastschrift stammt allerdings vor allem von Käufen über Amazon – ohne den Onlinehandelsriesen läge der Marktanteil der Zahlweise nur bei 4,2 Prozent.

(Bild: EHI)

Der Bezahldienst Paypal büßte im Vergleich zum Vorjahr etwa ein [–] knapp 18 Prozent der Umsätze seien damit abgewickelt worden, was Platz drei im EHI-Ranking einbrachte. Den vierten Platz belegten die Kreditkarten mit gut 12 Prozent Marktanteil. Auf alle anderen Zahlungsarten wie Vorkasse, Sofortüberweisung oder Nachnahme entfielen weniger als fünf Prozent der Umsätze. Die deutsche Paypal-Alternative Paydirekt wird [–-] wohl mangels signifikanter Volumina [–-] nicht gesondert in der EHI-Statistik aufgeführt.

Was den Kauf an der Ladenkasse angeht, regiert in Deutschland laut einer zweiten EHI-Studie nach wie vor das Bargeld. 51,3 Prozent aller Käufe im Einzelhandel werden damit beglichen. 24,6 Prozent entfallen auf Girocard-Zahlungen mit PIN sowie 13,4 auf das Lastschrift-Verfahren mit Unterschrift.

(Bild: EHI)

Zahlungen mit Kreditkarte haben mit 6,1 Prozent Anteil zulegen können – durch die eingeführte Deckelung der Gebühren auf 0,3 Prozent akzeptieren auch immer mehr Händler solche Zahlungen. Allerdings beklagen der Studie zufolge auch viele Händler, dass die Kartenanbieter diverse Zusatzkosten massiv angehoben haben, so dass man bald nahezu wieder auf dem alten Stand sein könnte.

Kontaktloses Zahlen spielt in der der Statistik praktisch keine Rolle, es sei noch in den Kinderschuhen. Es fehle schlichtweg an einer Umsetzung, die wirklich in der Breite von den Kunden akzeptiert werde. Mit dem NFC-Verfahren Girocard kontaktlos könnte sich EHI zufolge das aber ändern. Sparkassen und Volksbanken haben bereits mehrere Millionen der NFC-fähigen Karten ausgegeben, Handelsketten wie Aldi unterstützen bereits Girocard kontaktlos flächendeckend an ihren Kassenterminals. Ob aber das immer wieder beschworene Bezahlen mit dem Smartphone jemals noch durchstarten wird, steht in den Sternen. (axk)

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