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Bibliotheken kritisierten Google-Projekt zu Bücher-Digitalisierung

Google kommt mit seinem Projekt Google Print immer stärker unter Druck. Nun haben auch Bibliotheken und Verleger vor der vom Suchmaschinenprimus betriebenen Digitalisierung von Büchern gewarnt. Der Präsident der französischen Nationalbibliothek, Jean-Noël Jeanneney, sagte am heutigen Freitag auf der Frankfurter Buchmesse bei einem Symposium der internationalen Verbände der Bibliotheken und Verleger, dass die Strategie Googles zu einer Monopolisierung der digitalen Information in den Händen eines kommerziellen US-Unternehmens führen könne. Generell sei die Digitalisierung von Büchern, wie sie auch europaweit von Bibliotheken forciert werde, ein wichtiger Schritt, sagte Jeanneney laut einem dpa-Bericht.

Google will Bücher massenhaft digitalisieren und damit für die Volltextsuche verfügbar machen. Bücher können zwar nicht heruntergeladen werden, es können jedoch einige Seiten gelesen werden. Außerdem finden sich Links zu Verlagen und Online-Händlern. Das kostenlose Angebot will Google mit Anzeigen finanzieren.

Nach heftigem Protest von Verlegern und Bibliotheken in den USA, die das Urheberrecht von Autoren gefährdet sehen, hatte Google im August sein Vorhaben zunächst teilweise gestoppt. Bis November werde man keine Bücher einscannen, für die noch Urheberschutz bestehe. Inzwischen ist Google aber wegen Google Print nicht nur von der US-Autorenvereinigung Authors Guild, sondern auch vom US-Verlegerverband Association of American Publishers (AAP) wegen Google Print verklagt worden: Die Gerichte sollen die weitere Digitalisierung ohne explizite Zustimmung der Urheberrechtsinhaber untersagen.

Trotz aller Kritik und Widerstände hatte Google — gerade mit äußerst erfolgreichem Geschäftsverlauf an die Öffentlichkeit getreten — in dieser Woche eine Beta-Version von Google-Print in diversen europäischen Ländern, darunter Deutschland, gestartet. (jk)

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