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Bidirektionale Ladesäule: Wenn das E-Auto Strom für die Waschmaschine liefert

Mitsubishi will als erster Autoproduzent ein fertiges Produkt anbieten, um das Elektroauto in das private Stromnetz einzukoppeln.

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Bidirektionale Ladesäule: Wenn das E-Auto Strom für die Waschmaschine liefert

(Bild: mitsubishi-motors.com)

Mitsubishi will mit dem "Dendo Drive House" (DDH) eine besondere Wallbox anbieten, die Stromladen in beide Richtungen ermöglicht (bidirektionales Laden). Mit der mit Vehicle to Home (V2H) bezeichneten Technik soll das Auto in beide Richtungen mit bis zu 10 kW Leistung angeschlossen werden. Die Wallbox soll von drei verschiedenen Herstellern angeboten werden und voraussichtlich ab dem Frühjahr auf den Markt kommen. Weitere Details sollen im März auf der Genfer Autosalon bekannt gegeben werden.

Das Auto wird über seinen Gleichstromanschluss angekoppelt, der normalerweise zur Schnellaufladung an speziellen öffentlichen Ladesäulen dient. Dazu wird der vor allem in Asien verbreitete CHAdeMO-Standard genutzt, der auch an den meisten Schnellladesäulen in Deutschland verfügbar ist. Außer Mitsubishi nutzt zum Beispiel auch Nissan diese Verbindung, die zur Zeit bis zu 50 kW Ladeleistung bietet.

Einen Endpreis für die Kunden nennt Mitsubishi noch nicht, er dürfte laut Insidern einschließlich Steuereinheit für das Heimstromnetz und Wechselstromwandlern unter 5000 Euro liegen. Die Einheit ersetzt eine normale Wallbox zur Aufladung der Autobatterie und könnte so rund 1000 Euro Kosten einsparen.

DDH basiert auf einer Gleichstromanbindung des Elektroautos an das Stromnetz des Hauses. Möglich wäre es, damit den gesamten Strombedarf eines Einfamilienhauses für einen Tag zu decken. Eine sinnvolle Anwendung ergibt sich vor allem durch die Kombination mit einer hauseigenen PV-Solaranlage. Bei Sonnenschein könnte damit das Auto mit eigenproduziertem, regenerativ erzeugten Strom aufgeladen werden. (anw)