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Big Blue macht Hoffnung

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Nachdem Intel-Chef Paul Otellini bei der Bekanntgabe seiner Quartalszahlen am vergangenen Dienstag bereits leise Hoffnungen geweckt hatte, bei den rückgängigen PC-Verkäufen sei nun langsam der Boden erreicht und damit zeichne sich ein Ende des globalen Abschwungs für die ganze Branche ab, war es heute an IBM, einen möglichen Trend zu bestätigen – oder auch nicht. Noch mehr als Intel gilt Big Blue als Bannerträger für einen ganzen Industriesektor, entsprechend nervös betrachtet die Wall Street in dieser Earnings-Season die Zahlen von IBM. Die bange Frage lautet: Bestätigt Big Blue das Erreichen der von Intel vorsichtig vermessenen Talsohle, oder geht es noch tiefer?

Dabei ruhen die Hoffnungen auf dem Servicegeschäft, bei dem IBM zuletzt weniger Schwund als im Hardwarebereich verzeichnete. Die Rechnung der Analysten ist einfach: Im weiteren Verlauf des Jahres könnte der breit aufgestellte Konzern von einem wachsenden Servicegeschäft profitieren, weil Unternehmen in Krisenzeiten verstärkt auf Outsourcing setzen. Auch deshalb rechnet die Wall Street im zweiten Quartal noch nicht mit der großen Umsatzwende, sondern erwartet vor allem IBMs Prognose für die zweite Jahreshälfte mit Spannung.

Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. IBM verbuchte im abgelaufenen Quartal zwar einen weiteren Umsatzschwund von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahres, doch sieht sich der Konzern veranlasst, die Prognose für das Gesamtjahr ein gutes Stück anzuheben. Wie das Unternehmen am Donnerstagabend nach Börsenschluss mitteilte, sank der Umsatz im zweiten Quartal von 26,8 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf 23,3 Milliarden US-Dollar (16,5 Milliarden Euro). Unterm Strich verdiente Big Blue mit 3,1 Milliarden US-Dollar (2,2 Milliarden Euro) oder 2,32 US-Dollar pro Aktie deutlich mehr als im Vorjahresquartal (2,7 Milliarden US-Dollar).

Zwar war auch das Servicegeschäft vom allgemein erwarteten Umsatzrückgang betroffen, doch konnte IBM die Profitabilität steigern. Insgesamt sieht sich das Unternehmen nach einigen Sparmaßnahmen und der Neuausrichtung des Geschäfts auf einem guten Weg. "Wir sind gut auf Kurs, 2010 unser Ziel eines Gewinns je Aktie von zehn bis elf Dollar zu erreichen", sagte Konzernchef Sam Palmisano bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen. Im laufenden Jahr will der Konzern nun mindestens 9,70 US-Dollar pro Aktie verdienen, bislang hatte der Konzern 9,20 Dollar angepeilt. Damit übertraf Big Blue auch die kühnsten Träume der Analysten.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei IBM
in US-Dollar
Quartal Umsatz Nettogewinn/-verlust
1/00 19.350 Mio. 1.520 Mio.
2/00 21.700 Mio. 1.900 Mio.
3/00 21.800 Mio. 2.000 Mio.
4/00 25.600 Mio. 2.700 Mio.
1/01 21.040 Mio. 1.750 Mio.
2/01 21.600 Mio. 2.000 Mio.
3/01 20.400 Mio. 1.600 Mio.
4/01 22.800 Mio. 2.330 Mio.
1/02 18.500 Mio. 1.190 Mio.
2/02 19.600 Mio. 56 Mio.
3/02 19.800 Mio. 1.300 Mio.
4/02 23.670 Mio. 1.020 Mio.
1/03 20.065 Mio. 1.384 Mio.
2/03 21.631 Mio. 1.705 Mio.
3/03 21.522 Mio. 1.785 Mio.
4/03 25.913 Mio. 2.709 Mio.
1/04 22.250 Mio. 1.363 Mio.
2/04 23.200 Mio. 2.000 Mio.
3/04 23.429 Mio. 1.800 Mio.
4/04 27.671 Mio. 3.040 Mio. (2.842 Mio.*)
1/05 22.908 Mio. 1.402 Mio.
2/05 22.270 Mio. 1.829 Mio.
3/05 21.500 Mio. 1.500 Mio.
4/05 24.427 Mio. 3.187 Mio.
1/06 20.700 Mio. 1.710 Mio.
2/06 21.890 Mio. 2.022 Mio.
3/06 22.617 Mio. 2.222 Mio.
4/06 26.257 Mio. 3.541 Mio.
1/07 22.029 Mio. 1.844 Mio.
2/07 23.772 Mio. 2.260 Mio.
3/07 24.119 Mio. 2.361 Mio.
4/07 28.866 Mio. 3.952 Mio.
1/08 24.502 Mio. 2.319 Mio.
2/08 26.820 Mio. 2.765 Mio.
3/08 25.300 Mio. 2.800 Mio.
4/08 27.006 Mio. 4.427 Mio.
1/09 21.711 Mio. 2.295 Mio.
2/09 23.250 Mio. 3.103 Mio.

* Unter Berücksichtigung der Verbuchung von Aktienoptionen für Mitarbeiter als Ausgaben
(vbr)