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Big Brother Awards Schweiz: Onyx zum zweiten

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Gleich zu Beginn der Verleihung der Schweizer Big Brother Awards machte der ehemalige eidgenössische Datenschutzbeauftragte Odilo Guntern darauf aufmerksam, dass die Attentate in den USA kein Freibrief für einen weiteren Ausbau der Überwachungsmöglichkeiten sein dürfen. Auch ohne Verweis auf die Ereignisse vom 11. September wurde in der Schweiz im vergangenen Jahr munter geschnüffelt und gesammelt. Diesen Eindruck gewinnt man zumindest bei einem Blick auf die umfangreiche Nominationsliste für die Big Brother Awards.

Die elfköpfige Jury hat am Freitagabend die Katze aus dem Sack gelassen und die Pokale in den Kategorien "Telekommunikation", "Staat" und "Business" verliehen. Für den Widerstand gegen Überwachung und Datenhunger wird in der Schweiz zudem der sogenannte "Winkelried Award" vergeben, benannt nach einem Volkshelden aus dem 14. Jahrhundert. Nach 2000 bereits zum zweiten Mal zu Ehren gekommen ist in der Kategorie "Telekommunikation" der militärische Nachrichtendienst und sein Satellitenabhörprogramm Onyx, das inzwischen einen Teilbetrieb aufgenommen hat und außerdem im Verdacht steht, inoffizieller Bestandteil von Echelon zu sein. In der Kategorie "Staat" ist die Konferenz der Kantonalen Polizeidirektoren ausgezeichnet worden, die eine effizientere Vernetzung ihrer Datensammlungen anstreben. Den "Business"-Award erhalten hat die Krankenkasse SWICA, die eine CD-ROM vertreibt, die ein ausführliches "Absenzenmanagement" für Firmen erlaubt. Mit dem "Winkelried Award" ausgezeichnet wurde ein Gewerkschaftssekretär und eine Callcenter-Angestellte, die sich erfolgreich gegen die Videoüberwachung in der Firma Secur AG gewehrt hatten. (Nick Lüthi) / (Nick Lüthi) / (mw)

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