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BigBrotherAwards gegen Datenmissbrauch

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Ein Preis, um den die Anwärter wohl nicht gerne rangeln: der BigBrotherAward. Er wird auch in Deutschland Firmen, Organisationen und Personen verliehen, die die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen oder deren Daten Dritten zugänglich machen. Kommenden Freitag um 16 Uhr wird in Bielefeld wieder der fragwürdige Umgang mit Personendaten mit einer Terrakotta-Skulptur "belohnt". Sie zeigt eine stilisierte Person, deren Beine an eine Datenmatrix gefesselt sind.

Der BigBrotherAward wurde 1998 von der Datenschutz-Organisation Privacy International in Großbritannien ins Leben gerufen. Mittlerweile gibt es ihn in insgesamt neun europäischen Ländern sowie in den USA und Kanada. Hierzulande wird die Preisverleihung vom Bielefelder Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs (FoeBud e.V.) organisiert. In der Jury sitzen neben dem Netzkünstler padeluun, einem der Initiatoren des Preises, unter anderem Thilo Weichert von der Deutschen Vereinigung für Datenschutz und Jens Ohling vom Chaos Computer Club. Sie müssen aus über 90 Einsendungen auswählen.

Im vorigen Jahr wurde die Auszeichnung in fünf Haupt- und Sonderkategorien verliehen. Preisträger waren unter anderem Bahn-Chef Hartmut Mehdorn für die Videoüberwachung auf Bahnhöfen, die Firma Loyalty Partner für die "Payback"-Karte sowie das Bundesverwaltungsamt in Köln für sein "Lebenswerk". Und ein spezieller "Szenepreis" ging sogar an das Apache Konsortium für die mangelhafte Beachtung von Belangen der Privatsphäre in der Standard-Konfigurationsdatei des Apache-Webservers.

Den Initiatoren der BigBrotherAwards geht es nicht darum, einzelne Personen oder Organisationen vorzuführen. Sie wollen Diskussionsanstöße darüber geben, ob gesetzliche Regelungen des Datenverkehrs annehmbar sind oder ob es zusätzlicher Regeln bedarf. (anw)