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Bill Gates: Microsofts Tablet Surface ist wegweisend

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Microsoft-Mitgründer Bill Gates hat in einem Fernsehinterview eingeräumt, die Idee für Tablet-PCs zu früh gehabt zu haben. Der frühere Apple-Chef Steve Jobs habe mit dem Vorstellungstermin für das iPad Anfang 2010 ein besseres Timing bewiesen, sagte Gates in der Sendung "Charlie Rose" des gleichnamigen US-Journalisten. Jobs habe einiges besser gemacht. Die Microsoft-Tablets seien nicht so dünn und attraktiv gewesen wie das iPad. Auf die Frage, ob ihn der Erfolg von Apple erschüttert habe, sagte Gates, Konkurrenz sei positiv. Unternehmen spornten sich gegenseitig an, zum Beispiel indem Microsoft eine bessere Suchmaschine als Google zu bauen versuche oder ein besseres Tablet als Apple.

Bill Gates während des Interviews.

(Bild: Public Broadcasting Service)

Microsoft neuestes Hardware-Produkt, das Surface genannte Tablet, bezeichnete Gates als aufregend. Die Nutzer könnten mit dem Gerät auf eine Weise ihre Kreativität ausleben, die das iPad nicht ermögliche. Surface bringe die Tablet- und PC-Kategorie zusammen. So müsse der Nutzer keine Kompromisse machen, sondern könne die Möglichkeiten beider Geräteklassen nutzen. Das könne die Sicht der Menschen auf die Dinge ändern, sagte Gates in der 30. Minute des Interviews. Das Surface sei "wegweisend". So könne auch Apple einmal auf die Idee kommen müssen, selbst ein Gerät wie Surface auf den Markt zu bringen. Wann Surface selbst auf den Markt kommt, steht derzeit noch nicht fest.

Microsoft sei magisch gewesen, lange bevor es Apple geworden sei, führte Gates weiter aus. Es sei seinerzeit darum gegangen, die "Magie der Software" den Menschen sowohl an ihrem Arbeitsplatz als auch zuhause nahezubringen. Auf die Frage, ob Gates, wenn er damals gewusst hätte, was er heute weiß, die vertikale Integration – also nicht nur Software, sondern auch Hardware und Inhalte anzubieten – vorangetrieben hätte, so wie es Steve Jobs getan habe, sagte der Microsoft-Mitgründer, der neue "Formfaktor" habe die vertikale Integration erst zwingend gemacht.

Über den Erfolg der großen IT-Unternehmen würden am Ende die Anwendungen entscheiden, sagte Gates. Also Anwendungen für besseres Lernen, für den Kontakt mit den Verwandten oder um seinen Gesundheitszustand zu überwachen. Gates, der im Januar 2008 seinen letzten Arbeitstag in seiner Firma verbrachte, zeigte sich als Chairman von Microsoft stolz über Surface und Windows 8, er selbst konzentriere sich aber seit längerem auf seine Stiftung. So bestritt er auch den größeren Teil dieses Interviews mit wohltätigen Themen. Während einer ihrer seltenen öffentlichen Begegnungen im Jahr 2007 hatte Gates Jobs bereits für seinen Geschmack und für sein phänomenales Gespür für mögliche zukünftige Entwicklungen gelobt. (anw)