Bill Gates fordert neues US-Datenschutzgesetz

In einer Rede anlässlich des jährlichen Gala-Dinners des Centers for Democracy & Technology hat sich der Microsoft-Gründer für eine weit reichende Zusammenarbeit im Sinne eines effektiveren Datenschutzes ausgesprochen.

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Von
  • Volker Briegleb

Microsoft-Gründer und Stiftungs-Vorsitzender Bill Gates hat sich als Hauptredner des jährlichen Wohltätigkeits-Dinner der US-Organisation Center for Democracy & Technology (CDT) für neue Bundesgesetze zum effektiveren Schutz persönlicher Daten ausgesprochen. Er forderte den Kongress in Washington auf, noch in diesem Jahr durch geeignete Gesetzgebung dafür zu sorgen, dass Internetnutzer und Konsumenten in die Lage sind, ihre eigenen Daten zu kontrollieren und deren Nutzung stets nachvollziehen zu können.

In seiner Rede ging Gates auf die zahlreichen Chancen des Internets – und, ganz nebenbei, auch auf Segnungen aus dem Hause Microsoft wie Xbox Live – ein. Das weltumspannende Netz biete unglaubliche Möglichkeiten in den verschiedensten Bereichen, sei es Bildung, Gesundheit oder Demokratie. "Die Kommunikation wird revolutioniert", fasst Gates den Stand der Dinge zusammen, "und wir sind erst am Anfang". So viel Bewegung und Chancen bedeuteten aber auch große Verantwortung, der sich vor allem Unternehmen, die Politik und Organisationen wie das CDT stellen müssten.

"Alle unsere Daten werden im Internet sein", prophezeit der zum Wohltäter gewordene Computer-Milliardär, der die Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt erneut anführt. Gute Ratschläge für die Konsumenten würden da nicht mehr ausreichen, besser wären klare Regeln. Allerdings setze auch die Verbrechensbekämpfung – und die Terror-Abwehr – wesentlich auf Informationsgewinn. Hier sei es wichtig, die richtige Balance zu finden, mit "ganz klaren Regeln, welche Daten zu welchem Zweck genutzt werden dürfen". Einfach wird das nicht, soviel weiß auch Gates. Für ein geeignetes Gesetz sei eine gemeinsame Anstrengung nötig. "Das Gesetz sollte den Menschen die Kontrolle über ihre Daten geben und deren Verwendung transparent machen."

Gates' Firma will ihren Beitrag mit sicheren Produkten leisten und nimmt den Auftritt ihres Gründers zum Anlass, die Werbetrommel für Vista zu rühren. "Unser neues Betriebssystem enthält neue Sicherheits- und Datenschutzfunktionen, die Menschen beim Schutz ihrer persönlichen Daten helfen", erklärte Microsofts Chefstratege für Datenschutzthemen, Peter Cullen, am Tag nach dem Wohltätigkeits-Dinner. Bei allen Fortschritten sei es weiterhin wichtig, dass sich Nutzer über Sicherheitsrisiken und geeignete Gegenmaßnahmen informiert halten, ergänzt sein Kollege Scott Charney, in Redmond für Trustworthy Computing zuständig. "Erst denken, dann klicken", gibt er als Motto aus. (vbr)