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Technology Review

Billiger Test gegen Malaria

Die Tropenkrankheit bedroht die Hälfte der Weltbevölkerung. Ein junger Amerikaner hat eine zuverlässige und billige Diagnosemethode entwickelt.

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Jede Minute stirbt in Afrika nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ein Kind an Malaria. Die meisten davon sind noch nicht einmal fünf Jahre alt. Dabei ist die Krankheit gut behandelbar und die Behandlung mit Kosten zwischen 40 Cent und 5 Dollar auch bezahlbar – wenn die Infektion rechtzeitig erkannt wird. Genau das war bisher das Problem.

Doch John Lewandowski hat eine Lösung, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe: Mit Mitte 20 ist der US-Amerikaner nicht gerade der klassische Kandidat, um die Malariatherapie zu revolutionieren. Auch seine Studien in Maschinenbau und Wirtschaft an der Case Western Reserve University in Cleveland und am Massachusetts Institute of Technology (MIT) deuten nicht darauf hin.

Und doch könnte sein "Rapid Assessment of Malaria", kurz RAM (zu Deutsch "Schnelle Malaria-Einschätzung"), das Leben von einer Milliarde Menschen verbessern. Das Herzstück ist ein unscheinbarer beigefarbener Kasten. Er beruht auf einer genialen Idee: Malariaerreger ernähren sich vom Hämoglobin der roten Blutkörperchen, können aber das Eisen darin weder verdauen noch ausscheiden. Es reichert sich in ihrem Inneren in Form von Hämozoin an und macht die Parasiten magnetisierbar.

Um festzustellen, ob jemand infiziert ist, träufelt man einfach einen Tropfen Blut und etwas Wasser in den Detektor. Ein Magnetfeld durchdringt die Probe, während ein schwacher Laser sie durchleuchtet. Befindet sich Hämozoin im Blut, richten sich die eisenhaltigen Kristalle aus und lenken den Laserstrahl ab. Ein Sensor fängt das Licht ein und berechnet anhand der Intensität einen Wert. Je weniger Licht durchkommt, desto weiter fortgeschritten ist die Infektion. "Die Punktzahl macht einen Arzt unnötig. Sie zeigt an, ob und wie lange jemand Medizin einnehmen soll", erklärt Lewandowski.

Mehr zum Thema in der Langfassung dieses Artikels:

(bsc)

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