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Bing Bang Woz: 65 Jahre Steve Wozniak - auf einem komischen Planeten

Steve Wozniak, unter anderem Mitgründer von Apple und Entwickler des Apple I, wird heute 65 Jahre alt. Ein Geburtstagsständchen auf einen genialen Bastler.

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Steve Wozniak

Steve Wozniak

(Bild: MIchael Sarnacki )

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Zum Leben und Wirken von Steve Wozniak siehe auch:

Auf vielen Bildern sieht Steve Wozniak heute aus wie ein tapsiger Bär. Er tanzte mit den "Stars" im US-Fernsehen und versuchte sich an einem argentinischen Tango, ohne sich zu blamieren. In Deutschland trat er zuletzt als Bär bei den Segway-Polo-Weltmeisterschaften auf und enttäuschte die auf Kampf dressierten Sportreporter.

Den größten Bärentatzenschlag lieferte der nun 65-Jährige US-Amerikaner mit ukrainischen Wurzeln vor 39 Jahren ab, als der von ihm in Hardware ebenso wie Software realisierte Apple I im Homebrew Computer Club vorgestellt wurde. Nun wird "Woz" Wozniak, der als Ingenieur die Menschheit auf eine neue Stufe brachte, 65 Jahre alt.

Das Schaltbild des Apple I

Als die Firma Fusion-io (heute SanDisk) vor drei Jahren den 62. Geburtstag ihres Chef-Wissenschaftlers (und größten Investors) Steve Wozniak feierte, mussten alle Gäste mit pinkfarbigen Boas antreten und einen großen Geburtstagskuchen essen, dessen Zuckerguss nach der DNA des Tüftlers gestaltet war. Ob es half, die Intelligenz und Menschlichkeit von Wozniak zu vererben, ist unbekannt.

In diesem Jahr dürften die Feierlichkeiten anders ausfallen. Steve Wozniak, der nie seine Wurzeln als Ingenieur verleugnete, unterzeichnete vor kurzem einen offenen Brief, in dem er gemeinsam mit Intellektuellen wie Noam Chomsky das Verbot autonomer Waffensysteme forderte. In Analogie zu den Biologen, die darauf verzichten, biologische Waffen zu entwickeln, sollen die Ingenieure in der Computerindustrie sich den Plänen verweigern, autonome Kampfroboter zu entwerfen.

"Wir leben auf einem komischen Planeten, auf dem sich alles um die Macht dreht. Wenn wir diese Systeme bauen, die uns alle Arbeit abnehmen sollen, werden sie bald schneller als wir denken und diese langsamen Menschen loswerden wollen, um eine Firma effizient führen zu können," erklärte Wozniak gegenüber der Washington Post. In Zukunft könnte der Mensch eine Art Haustier für die autonomen Systeme abgeben, befürchtete der Apple-Mitgründer. Immerhin habe er seine Hunde immer gut behandelt.

Anders als der zum Star aufgestiegene Steve Jobs blieb Steve Wozniak bodenständig und besucht bis heute gerne Veranstaltungen wie das KFest der Apple-Fans. Zuletzt arbeitete "Woz" als Berater beim Film über Steve Jobs, dessen Trailer er jedoch kritisierte: Die Behauptung, dass Apple die Idee der grafischen Benutzeroberfläche gestohlen habe, sei ihm in den Mund gelegt worden.

"So rede ich nicht", befand Wozniak, der im Unterschied zu Jobs einen Sinn für die Teamarbeit von Ingenieuren und Programmierern behielt, die aus den Ideen der ganzen Community schöpfen. "Die echten Innovationen stammen aus internen Prozessen und nicht vom Denken an das große Geld", schrieb Wozniak im Vorwort zum Macintosh-Buch von Andy Hertzfeld. (jk)

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