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Biodiesel aus Soja energieeffizienter als bislang angenommen

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Eine umfassende Vergleichsstudie von Biodiesel aus Sojabohnen und Mais-Ethanol hinsichtlich Energieeffizienz und Umweltauswirkungen haben Forscher der Universität Minnesota vorgelegt. In der Lebenszyklus-Analyse der beiden Biokraftstoffe schneide Biodiesel in beiden Punkten besser ab, lautet das Ergebnis der Studie.

Die Ökologengruppe untersuchte den Einsatz von Energie, Dünger und Pestiziden, der beim Anbau der beiden Pflanzenarten und der anschließenden Umwandlung in Kraftstoff anfällt. Ebenfalls berücksichtigten sie die Menge an freigesetzten Treibhausgasen sowie Stickstoff-, Phosphor und Pestizideinträge in die Umwelt.

Im Unterschied zu anderen Studien kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Energieausbeute der beiden Kraftstoffe die zuvor aufgewendete Energie übertrifft: bei Soja-Biodiesel um 93 Prozent, bei Mais-Ethanol um 25 Prozent. Die Treibhausgasemissionen von Soja-Biodiesel liegen um 41 Prozent unter denen von gewöhnlichem Diesel, während Mais-Ethanol 12 Prozent weniger Emissionen verursacht als Benzin. Der Anbau von Sojabohnen komme zudem mit weniger Dünger und Pestiziden aus als der von Mais.

Dass beide Alternativ-Kraftstoffe den weltweit zunehmenden Spritbedarf in nennenswertem Umfang abdecken könnten, glauben die Autoren der Studie nicht. Die gesamte US-Maisproduktion eines Jahres würde nur 12 Prozent des weltweiten Benzinbedarfs abdecken, die jährliche Soja-Ernte gar nur sechs Prozent des Dieselbedarfs.

"Mais-Ethanol und Soya-Biodiesel sind erfolgreiche Biokraftstoffe der ersten Generation", sagt David Tilman, einer der Autoren. "Der nächste Schritt ist eine Biokraftstoff-Pflanzensorte, die weniger chemischen und energetischen Input benötigt, aber viel mehr Energie und Umwelteffizienz bringt. Präriegräser haben da ein großes Potenzial."

Die Studie wird heute in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht. (nbo)